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OpenAI fordert Untersuchung von Musks wettbewerbswidrigem Verhalten vor Prozess

OpenAI wendet sich an Generalstaatsanwälte in Kalifornien und Delaware – kurz vor dem geplanten Prozessbeginn im April 2026.

3 Min
OpenAI fordert Untersuchung von Musks wettbewerbswidrigem Verhalten vor Prozess

OpenAI hat am Montag die Generalstaatsanwälte von Kalifornien und Delaware in einem formellen Schreiben aufgefordert, „unangemessenes und wettbewerbswidriges Verhalten" von Elon Musk und seinen Partnern zu untersuchen. Der Brief kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Die Auswahl der Geschworenen für den Prozess zwischen Musk und OpenAI soll am 27. April im Northern District of California beginnen.

Jason Kwon, Strategiechef von OpenAI, behauptete in dem Schreiben, dass Musk daran arbeite, OpenAI durch verschiedene „Angriffe" auf das Unternehmen zu untergraben. Besonders brisant: Kwon warf Musk vor, seine Bemühungen mit Meta-CEO Mark Zuckerberg zu koordinieren – zwei der mächtigsten Technologieunternehmer der Welt gegen ein gemeinnütziges KI-Labor.

Chris Lehane, Chief Global Affairs Officer von OpenAI, äußerte sich gegenüber CNBC und fragte, warum „zwei der vier reichsten und mächtigsten Menschen der Welt" versuchen, eine gemeinnützige Organisation daran zu hindern, voranzukommen. Er bezeichnete das Verhalten von Musk und Zuckerberg als „wirklich höchst fragwürdig und einer Untersuchung für absolut würdig".

Hintergrund: Vom Mitgründer zum Kläger

Musk und OpenAI-CEO Sam Altman gründeten das KI-Labor im Jahr 2015 gemeinsam mit weiteren Forschern und Führungskräften als gemeinnützige Organisation. Musk verließ OpenAI im Jahr 2018, nachdem er versucht hatte, die Führungskräfte von einer Fusion mit Tesla zu überzeugen – ein Vorhaben, das scheiterte.

Später gründete Musk das Konkurrenzunternehmen xAI und reichte 2024 Klage gegen OpenAI ein. Er behauptete, er sei „beharrlich manipuliert" und „getäuscht" worden, nachdem das KI-Unternehmen eine Umwandlung in ein gewinnorientiertes Unternehmen geprüft hatte. Kwon erklärte in dem aktuellen Schreiben, dass Musks Verhalten die Bemühungen von OpenAI behindern könnte, eine künstliche allgemeine Intelligenz (AGI) zu schaffen – ein KI-System, das der menschlichen Intelligenz ebenbürtig ist oder diese übertrifft.

OpenAI hatte bereits im Januar einen Brief an Investoren und Bankpartner gesendet, in dem das Unternehmen davor warnte, dass Musk „bewusst abwegige, aufmerksamkeitserregende Behauptungen" verbreiten werde. OpenAI bezeichnete solche Aussagen als „typisch für die Belästigungstaktiken, die er bereits früher angewandt hat".

Schwere Vorwürfe aus dem „New Yorker"

In dem Brief vom Montag bezog sich OpenAI auf einen aktuellen Bericht des Magazins „The New Yorker". Darin hieß es, Musk und seine „Vermittler" hätten umfangreiche Recherchen über Altman durchgeführt, seine Flüge und andere Bewegungen verfolgt. Zudem sollen sie sowie andere Konkurrenten des Unternehmens falsche Anschuldigungen wegen sexuellen Fehlverhaltens des OpenAI-CEO verbreitet haben. Musk und der Geschäftsführer seines Family Office, Jared Birchall, reagierten nicht sofort auf eine Anfrage zur Stellungnahme.

OpenAI nahm in dem Brief auch Bezug auf den geplanten Börsengang von SpaceX, nachdem Musks Raketenunternehmen vertraulich die Unterlagen für einen wahrscheinlich rekordverdächtigen Börsengang eingereicht hatte. Das Schreiben argumentierte, dass ein Erfolg von Musks rechtlichen Bemühungen der KI-Plattform Grok von xAI zugutekommen würde. Gegen Grok wird laut OpenAI weltweit ermittelt, „weil sie sexuell explizite Deepfakes von Frauen, einschließlich Kindern, ohne deren Wissen oder Zustimmung erstellt hat, angeblich um die Nutzung ihrer Dienste vor einem bevorstehenden Börsengang zu steigern".

Musk gegen Kalifornien und Delaware

Der Konflikt hat auch eine politische Dimension. Seit Jahren wirft Musk sowohl Delaware als auch Kalifornien eine Voreingenommenheit gegen ihn oder seine Unternehmen vor. Er verlegte die Hauptsitze von Tesla und SpaceX von Kalifornien nach Texas und wandelte seine Unternehmen, die früher in Delaware registriert waren, in Gesellschaften nach dem Recht von Nevada und Texas um.

Darüber hinaus verklagt xAI den kalifornischen Generalstaatsanwalt Rob Bonta. Das Unternehmen behauptet, dass das neue Gesetz des Bundesstaates zur Datentransparenz bei KI die Rechte des Unternehmens auf freie Meinungsäußerung und den Schutz von Geschäftsgeheimnissen verletze. Der Rechtsstreit zwischen Musk und OpenAI entwickelt sich damit zu einem der komplexesten und vielschichtigsten Technologieprozesse der jüngeren Geschichte – mit weitreichenden Folgen für die gesamte KI-Branche.

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