BofA empfiehlt diese Chip-Aktien bei boomenden KI-Infrastrukturausgaben
Bank of America sieht KI-Investitionsausgaben bis 2030 auf fast 1,4 Billionen Dollar steigen – und benennt klare Favoriten.

Der globale Ausbau der KI-Infrastruktur tritt laut Analysten von BofA Securities in eine nachhaltigere Phase ein. Die Bank erwartet, dass sich die jährlichen Investitionsausgaben bis 2030 auf nahezu 1,4 Billionen US-Dollar verdreifachen werden. Hyperscaler und staatliche Akteure rüsten ihre traditionelle IT für KI-Workloads auf, was eine stetige Investitionsintensität (Capex) von 25 bis 30 Prozent begründet.
Innerhalb des Halbleitersektors priorisiert BofA den Bereich KI-Computing, gefolgt von Halbleiterausrüstern (Semicaps), Netzwerklösungen und Speichertechnologien. Die Analysten haben dabei konkrete Aktien identifiziert, die von diesem strukturellen Wachstumstrend besonders profitieren sollen.
Nvidia: Dominanter KI-Beschleuniger-Anbieter
Nvidia bleibt im Ausblick der BofA eine zentrale Figur. Der KI-Halbleiterriese verfügt über eine Marktkapitalisierung von mehr als 4,3 Billionen US-Dollar – ein Ausdruck des Anlegervertrauens in die kommende Blackwell-Chiparchitektur. Die Nachfrage von Tech-Giganten wie Meta und <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft nach Prozessoren der aktuellen Generation bleibt hoch. Die Aktie verzeichnete zwar zwischenzeitlich ein Sechs-Wochen-Tief, stabilisierte sich jedoch nahe dem oberen Ende ihrer 52-Wochen-Spanne.
Broadcom sehen die Analysten als Hauptprofiteur des Trends hin zu maßgeschneiderten KI-Chips und Hochgeschwindigkeits-Netzwerken für Rechenzentren. Das Unternehmen sicherte sich zuletzt einen bedeutenden Deal mit OpenAI zur Entwicklung kundenspezifischer KI-Chips, der bis 2029 potenziell Umsätze in Milliardenhöhe generieren könnte. Der Jahresumsatz für das Geschäftsjahr 2024 erreichte nach der Integration von VMware einen Rekordwert von 51 Milliarden US-Dollar.
AMD als Alternative zu Nvidia
Advanced Micro Devices (AMD) wird von den BofA-Analysten zunehmend als wichtige Alternative für Unternehmen gesehen, die ihre KI-Hardware diversifizieren möchten. Der Umsatz im Segment Rechenzentren hat sich Ende 2024 und Anfang 2025 fast verdoppelt – getrieben durch den schnellen Hochlauf der Instinct MI300-Beschleuniger. Anleger beobachten genau, inwieweit AMD die überschüssige Nachfrage auffangen kann, solange das Angebot führender GPUs von Wettbewerbern knapp bleibt. Dies half der Aktie, nahe ihren Ende 2025 erreichten Allzeithochs zu notieren.
Micron stellt laut den Analysten eine strategische Wette im Speicher-Subsektor dar, insbesondere beim High Bandwidth Memory (HBM), der für moderne KI-Chips unverzichtbar ist. Obwohl die Aktie mit Bedenken hinsichtlich einer „Margen-Spitze" konfrontiert war, wird sie bei einem Kurs von 377,76 US-Dollar am unteren Ende ihrer historischen Kurs-Gewinn-Verhältnis-Spanne gehandelt. Das Unternehmen baut seine Kapazitäten aggressiv aus und plant für das Geschäftsjahr 2026 Investitionen von rund 25 Milliarden US-Dollar – das HBM-Angebot soll Berichten zufolge bereits bis zu diesem Jahr ausverkauft sein.
Struktureller Wachstumstrend mit langem Atem
Die Einschätzung der BofA unterstreicht, dass der KI-Infrastrukturausbau kein kurzfristiger Hype ist, sondern ein struktureller Megatrend mit mehrjährigem Investitionshorizont. Für deutsche Privatanleger bietet der Sektor damit sowohl Chancen als auch Risiken: Die hohen Bewertungen vieler Chip-Aktien spiegeln bereits erhebliche Wachstumserwartungen wider. Wer in den Sektor investieren möchte, sollte die unterschiedlichen Positionierungen der einzelnen Unternehmen – von Standardchips über Speziallösungen bis hin zu Speichertechnologien – genau im Blick behalten.
