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Ölpreise steigen: Angriffe auf Saudi-Arabien verschärfen Versorgungssorgen

Neue Attacken auf saudische Infrastruktur und blockierte Straße von Hormus treiben die Ölpreise nach oben.

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Ölpreise steigen: Angriffe auf Saudi-Arabien verschärfen Versorgungssorgen

Die Ölpreise sind zu Wochenbeginn deutlich gestiegen. Wachsende Spannungen im Nahen Osten verschärfen die Sorgen um die globale Energieversorgung. Sowohl die Nordseesorte Brent als auch die US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) legten kräftig zu.

Auslöser sind neue Angriffe auf die saudi-arabische Infrastruktur sowie eine sinkende Zahl von Schiffspassagen durch die Straße von Hormus. Die strategisch wichtige Meerenge gilt als Nadelöhr für den globalen Öltransport.

Im Zentrum der Sorgen steht der Ausfall der saudi-arabischen Ost-West-Pipeline. Durch Angriffe, für die Riad vom Iran unterstützte Kämpfer im Irak verantwortlich macht, wurde diese wichtige Exportroute unterbrochen. Die Pipeline ermöglicht es, die blockierte Straße von Hormus zu umgehen. Ein Ausfall droht nun, bis zu vier Prozent der weltweiten Ölversorgung zu gefährden.

Branchenquellen zufolge könnten die Lagerbestände am Rotmeer-Hafen Yanbu, auf den Saudi-Arabien nun angewiesen ist, lediglich für fünf bis sieben Tage ausreichen. Tim Waterer, Chefmarktanalyst bei KCM Trade, betonte: "Händler werten jede neue Attacke als zusätzliches Versorgungsrisiko." Die Dauer des Pipeline-Ausfalls sei der entscheidende Faktor für die künftige Preisentwicklung.

Huthi-Angriffe und gescheiterte Gespräche

Zusätzlich verschärften die vom Iran unterstützten Huthis im Jemen die Lage. Sie führten Drohnen- und Raketenangriffe auf einen Militärflugplatz in Khamis Mushait durch. Die Verschiebung geplanter Gespräche zwischen Golfstaaten und dem Iran verstärkt die Befürchtung, dass sich der Konflikt weiter ausweiten könnte.

Die Zahl der Schiffspassagen durch die Straße von Hormus sank am Wochenende auf unter zehn pro Tag. Vor den militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und dem Iran wickelte die Meerenge etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung ab. Zum Vergleich: Der Zehn-Tage-Durchschnitt lag zuletzt bei 14 Passagen täglich.

Trump-Äußerungen dämpfen Rallye zeitweise

Die Preisrallye wurde zwischenzeitlich durch Aussagen von US-Präsident Donald Trump gedämpft. Er signalisierte, dass der Iran an einer Einigung interessiert sei. Zudem berichtete Trump von einer Vereinbarung zwischen der Ukraine und Russland, gegenseitige Energieziele nicht mehr anzugreifen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte dazu, Kiew sei bereit, einen US-Vorschlag für einen Waffenstillstand bei Energieanlagen zu unterstützen. Voraussetzung sei, dass Washington die Ernsthaftigkeit Moskaus garantieren könne. Ein Ende des Russland-Ukraine-Konflikts könnte die Exporte Russlands, des drittgrößten Ölproduzenten weltweit, stabilisieren.

Fed-Entscheid im Fokus der Anleger

Neben den geopolitischen Spannungen richten Investoren ihren Blick auf die US-Notenbank Federal Reserve. Es wird erwartet, dass die Währungshüter den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent anheben. Angesichts der hohen Inflation und Ölpreisen von über 100 US-Dollar pro Barrel rechnen Marktteilnehmer mit weiteren Straffungen, um die Preisstabilität zu gewährleisten.

Höhere Zinsen könnten jedoch das Wirtschaftswachstum und damit die Energienachfrage dämpfen. Für Anleger bleibt die Lage damit zweigeteilt: Kurzfristig dominieren die geopolitischen Risiken, mittelfristig könnte eine straffere Geldpolitik die Ölpreise wieder unter Druck setzen.

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