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Ölpreis über 100 Dollar: Dax bricht wegen Hormus-Blockade ein

Trumps angekündigte Seeblockade der Straße von Hormus treibt den Ölpreis auf über 100 Dollar und belastet die Aktienmärkte weltweit.

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Ölpreis über 100 Dollar: Dax bricht wegen Hormus-Blockade ein

Konjunktur- und Inflationssorgen haben den deutschen Aktienmarkt am Montag erneut schwer belastet. Der kurzzeitige Optimismus, der durch eine Waffenruhe im Nahost-Konflikt aufgekommen war, ist einer neuen Ernüchterung gewichen – ausgelöst durch einen massiven Anstieg des Ölpreises.

Auslöser des Preisschubs ist die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Seeblockade der Straße von Hormus. Hintergrund: Die Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran waren am Wochenende in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ohne greifbares Ergebnis gescheitert. Trump reagierte mit der Ankündigung, Schiffe zu blockieren, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen.

Der DAX verlor 1,2 Prozent und fiel auf 23.516 Punkte. Der MDax, der mittelgroße deutsche Unternehmen abbildet, gab sogar 1,5 Prozent auf 29.934 Zähler nach. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rutschte um 1,2 Prozent ab. Bereits die asiatischen Börsen hatten unter dem Ölpreisanstieg gelitten, und auch der US-Leitindex Dow Jones Industrial dürfte schwach in die Woche starten.

Hormus-Blockade: Explosives geopolitisches Gemisch

Das US-Militär präzisierte die Reichweite der Blockade: Schiffe, deren Ziel oder Startpunkt kein iranischer Hafen ist, sollen demnach ungehindert passieren dürfen. Trump verfolgt mit der Maßnahme zwei Ziele: Er will verhindern, dass der Iran Durchfahrtsgebühren von Reedereien erhebt, und das Land gleichzeitig von Öleinnahmen abschneiden.

Teheran zeigte sich unbeeindruckt. Der Sprecher des Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, Ebrahim Rezaei, bezeichnete Trumps Ankündigung auf der Plattform X als „Bluff". Eine solche Aktion würde als Militäroperation gewertet, „und wir würden darauf reagieren", schrieb Rezaei. Die Revolutionsgarden warnten zudem davor, dass sich Militärschiffe der Straße von Hormus nähern – dies würde als „klarer Verstoß gegen die bestehende Waffenruhe betrachtet".

Analyst Frank Sohlleder vom Handelshaus Activtrades ordnete die Lage für Anleger ein: Zwar rechneten die Märkte damit, dass beide Seiten letztlich zähneknirschend an den Verhandlungstisch zurückkehren würden. Dennoch bleibe die akute Gefahr extrem hoch. Die Straße von Hormus – das absolute Nadelöhr des globalen Ölhandels – bleibe unter der Kontrolle Teherans fest verschlossen. Die US-Administration drohe nun ihrerseits mit aggressiven Gegenblockaden. Dieses „explosive geopolitische Gemisch" berge massive Risiken, so Sohlleder.

Ölpreis springt um rund acht Prozent

In der Nacht zum Montag überstieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni erneut die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von rund acht Prozent. Für Privatanleger bedeutet ein dauerhaft hoher Ölpreis steigende Energiekosten, höhere Inflation und damit potenziell längere Hochzinsphasen – ein Szenario, das Aktien strukturell unter Druck setzt.

Die Entwicklung verdeutlicht, wie empfindlich die Märkte auf geopolitische Eskalationen im Nahen Osten reagieren. Solange keine diplomatische Lösung im Iran-Konflikt in Sicht ist, bleibt die Volatilität an den Börsen ein bestimmender Faktor für Anleger.

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