NYT verklagt Perplexity AI
Vorwürfe zu unerlaubter Nutzung, Halluzinationen und anhaltenden Konflikten mit Verlagen

Die New York Times hat eine Klage gegen das Unternehmen Perplexity AI eingereicht und wirft dem Start-up vor, Millionen ihrer Artikel ohne Genehmigung kopiert, verbreitet und angezeigt zu haben, um damit generative KI-Produkte zu betreiben. Perplexity sieht sich bereits mehreren rechtlichen Auseinandersetzungen mit Verlagen gegenüber, die dem Unternehmen ähnliche Verstöße vorwerfen, während es versucht, sich in einem hart umkämpften Markt für generative KI-Werkzeuge zu positionieren.
Die Zeitung erklärte, die KI-Angebote von Perplexity hätten Inhalte erzeugt, die nicht auf Fakten basierten, und diese fälschlicherweise der New York Times zugeschrieben. Solche sogenannten Halluzinationen seien gemeinsam mit eingetragenen Markenzeichen der Zeitung präsentiert worden. Zudem soll das Geschäftsmodell von Perplexity darauf aufbauen, Inhalte zu sammeln und zu kopieren, darunter auch Artikel hinter Bezahlschranken.
Ein Sprecher der New York Times betonte, dass das Unternehmen die verantwortungsvolle Entwicklung von künstlicher Intelligenz unterstütze, jedoch die unlizenzierte Nutzung von Inhalten zur Entwicklung und Vermarktung der Produkte von Perplexity strikt ablehne. Mit der Klage fordert die New York Times neben Schadenersatz auch Unterlassungsansprüche sowie weitere angemessene Rechtsmittel, um eine fortgesetzte unautorisierte Verwendung von Material zu verhindern.
Erst tags zuvor war Perplexity von der Chicago Tribune verklagt worden. Die Kommunikationsleitung des Start-ups wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete die rechtlichen Schritte als erfolglose Strategie von Verlagen gegenüber neuen Technologien. Perplexity erklärte bereits zuvor, keine Daten zum Aufbau von Basismodellen zu sammeln, sondern lediglich Webseiten zu indexieren und mit belegbaren Quellenangaben zu arbeiten.
Die nun eingereichte Klage vor einem Bundesgericht in New York folgt auf eine bereits vor über einem Jahr zugestellte Unterlassungsaufforderung an das Start-up. Sie ist Teil einer anhaltenden Auseinandersetzung zwischen Medienunternehmen und Technologieanbietern über die Verwendung urheberrechtlich geschützter Inhalte ohne Erlaubnis.
Weitere Verfahren gegen Perplexity laufen unter anderem durch Encyclopedia Britannica sowie Unternehmen im Einflussbereich von Rupert Murdoch, darunter Dow Jones und die New York Post. Gleichzeitig steht die New York Times auch mit OpenAI in einem Konflikt über die Nutzung redaktioneller Inhalte. Bereits im Vorjahr wurde berichtet, dass mehrere KI-Unternehmen bestehende Webstandards umgehen, die das Auslesen geschützter Daten verhindern sollen. Die Aktien der New York Times verzeichneten einen Anstieg von 1,8 Prozent.
