Novartis unter Druck: Berenberg senkt Kursziel deutlich
Die Analysten von Berenberg fordern Fortschritte in der Arzneimittel-Pipeline des Pharmakonzerns.

Die Novartis-Aktie handelt weiterhin mit einem Aufschlag gegenüber den europäischen Pharma-Peer-Unternehmen. Das Schweizer Unternehmen muss nun Fortschritte bei seiner Arzneimittel-Pipeline vorweisen, um seine derzeitige Bewertung zu rechtfertigen. Zu diesem Schluss kommen die Analysten der Investmentbank Berenberg in einer aktuellen Markteinschätzung.
Der Pharmariese hatte in kurzer Abfolge die Ergebnisse mehrerer hoch erwarteter klinischer Studien der späten Phase veröffentlicht. Dabei erzielte eine Studie ihre gesetzten Ziele, während zwei andere Studien die Erwartungen verfehlten. Diese gemischte Bilanz hat bei den Anlegern für deutliche Reaktionen gesorgt.
Analysten sehen faire Kursreaktion
„Die Erwartungen der Anleger an alle drei Assets waren hoch, was zu einer scharfen negativen – aber fairen – Reaktion des Aktienkurses führte“, erklären die Berenberg-Analysten. Die deutliche Kursbewegung sei aus ihrer Sicht nachvollziehbar und angemessen gewesen.
Die Analysten senken ihr Kursziel für Novartis von 120 auf 105 Schweizer Franken. Dies entspricht einer Reduzierung um rund 12,5 Prozent. Die Aktie selbst notiert am Dienstag mit einem leichten Plus von 0,6 Prozent bei 112,80 Franken und liegt damit weiterhin über dem neuen Kursziel.
Ausblick auf kommende Pipeline-Updates
Bis zum Jahresende stehen bei Novartis mehrere wichtige Pipeline-Updates an. Dazu gehören Daten aus einer späten Studiengruppe für den Wirkstoff Remibrutinib, der bei der Hautkrankheit Hidradenitis suppurativa eingesetzt werden soll. Zudem werden Ergebnisse einer mittleren Studiengruppe für QCZ484 bei Bluthochdruck erwartet.
Diese Daten könnten für die weitere Kursentwicklung des Pharmakonzerns entscheidend sein. Sollten die Ergebnisse positiv ausfallen, könnte dies die Bewertung der Aktie aus Sicht der Analysten wieder rechtfertigen. Ein erneuter Rückschlag in der Pipeline würde den Druck auf den Titel dagegen weiter erhöhen.
Die Novartis-Aktie notiert an der Schweizer Börse derzeit mit einem Aufschlag gegenüber vergleichbaren europäischen Pharmaunternehmen. Ob dieser Bewertungsvorsprung gerechtfertigt ist, wird maßgeblich vom Erfolg der klinischen Programme abhängen.
