Berenberg stuft Eli Lilly hoch: Fast 25 Prozent Aufwärtspotenzial
Die US-Investmentbank sieht den Pharmariesen dank Adipositas-Erfolg auf Rekordkurs und hebt das Kursziel auf 1.400 Dollar.

Die US-Investmentbank Berenberg hat die Aktie von Eli Lilly auf „Kaufen“ hochgestuft und das Kursziel deutlich angehoben. Analystin Kerry Holford sieht den Pharmakonzern auf dem besten Weg, seine Führungsposition im boomenden Adipositas-Markt weiter auszubauen.
In einer am Dienstag veröffentlichten Studie hob Holford das Kursziel für die Eli-Lilly-Aktie auf 1.400 Dollar an. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von fast 25 Prozent gegenüber dem aktuellen Kursniveau. Die Analystin zeigt sich überzeugt von der Strategie des Unternehmens.
Rendite auf Forschung und Entwicklung überzeugt
Holford stützt ihre optimistische Einschätzung auf eine detaillierte Analyse der Rendite auf F&E-Investitionen des Pharmariesen. Diese bestätige die nachgewiesene Erfolgsbilanz von Lilly bei der Erzielung branchenführender Renditen. Zudem sieht die Analystin ein Aufwärtspotenzial für die Unternehmensprognose für das Jahr 2026.
Zwar seien die Erwartungen der Anleger an Lillys Führungsrolle im Adipositas-Segment hoch, doch Holford erklärte sich zuversichtlich. Sie betonte, dass die Pipeline des Unternehmens, die durch diesen Erfolg finanziert werde, von den Märkten weiterhin unterschätzt werde.
„Die externe Pipeline-Finanzierung, die vom Erfolg im Bereich Adipositas gespeist wird, ist unserer Ansicht nach weiterhin unterschätzt“, schrieb die Analystin. Sie verwies darauf, dass Lilly in diesem Jahr rund 60 Milliarden Dollar über mehr als 25 Deals investiert habe.
Zepbound und Mounjaro als Zugpferde
Die Medikamente Zepbound und Mounjaro haben sich nach Einschätzung von Holford als etablierte Marktführer bei Adipositas und Diabetes positioniert. Besonders optimistisch stimmt die Analystin die bevorstehende Zulassung des oralen GLP-1-Arzneimittels Foundayo für Diabetes. Aufgrund des Medicare-Bridge-Programms erwartet sie eine erhebliche Nachfragefreisetzung.
Die Analystin verwies zudem auf jüngste Akquisitionen, die die Pipeline des Konzerns diversifizieren. Dazu gehört der Kauf von AtaiBeckley für rund vier Milliarden Dollar, der psychedelische Assets im Bereich der psychischen Gesundheit hinzufügt. Ebenfalls erwähnt wurde der Kauf von Centessa für acht Milliarden Dollar, der Lilly in den Bereich Schlaf-Wach-Störungen wie Narkolepsie einführt.
Premium-Bewertung gerechtfertigt
Trotz der hohen Bewertung der Aktie hält Holford diese für gerechtfertigt. Die Eli-Lilly-Aktie notiert zum 23,4-fachen des für 2027 erwarteten Gewinns. Zum Vergleich: Der globale Branchendurchschnitt liegt bei einem Multiple von 13,6. Die Analystin argumentierte, dass das überlegene Wachstum, die Breite der Pipeline und die Produktivität der Forschung „ein deutlich höheres Premium rechtfertigen“.
Für Anleger bleibt Eli Lilly damit ein spannender Wert im Pharmasektor. Der Konzern profitiert nicht nur vom Milliardenmarkt der Abnehm- und Diabetesmedikamente, sondern baut durch gezielte Zukäufe auch sein Portfolio in anderen Therapiebereichen aus.
