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Nike-Aktie: Genialer Kauf oder drohende Katastrophe? Die Analyse

Nike enttäuscht beim Umsatz, während der Gewinn überzeugt. Die Turnaround-Strategie steckt noch in der Planungsphase.

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Nike-Aktie: Genialer Kauf oder drohende Katastrophe? Die Analyse

Die Turnaround-Strategie der ikonenhaften Sportartikelmarke Nike (Ticker: NKE) befindet sich offenbar noch immer in der Planungsphase – von sichtbaren Fortschritten kann bislang keine Rede sein. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 fiel das Ergebnis gemischt aus. Laut den von CNBC verfolgten Schätzungen übertraf Nike die Erwartungen beim Gewinn je Aktie mit 0,48 US-Dollar statt der erwarteten 0,43 US-Dollar. Schwächen zeigten sich jedoch beim Umsatz, der bei 11,2 Milliarden US-Dollar lag, während die Erwartungen bei 11,3 Milliarden US-Dollar angesiedelt waren.

Für deutsche Anleger ist vor allem der Ausblick entscheidend – und der fällt wenig erfreulich aus. Das Unternehmen erwartet einen Rückgang des Umsatzes im laufenden Geschäftsjahr um einen zweistelligen Prozentsatz im hohen einstelligen Bereich. Zudem arbeitet Nike an Umstrukturierungsplänen, die voraussichtlich zu Stellenabbau führen werden. Aus Sicht einer Investitionsmöglichkeit ist die Lage damit alles andere als klar.

Warum Abwarten sinnvoll sein könnte

Bei Nike hat sich die Situation so weit zugespitzt, dass die Turnaround-Strategie ihrerseits fast einer strategischen Neuausrichtung bedarf. Die Probleme scheinen tiefer zu gehen, als das Management ursprünglich annahm. Denn das Unternehmen ist nicht nur mit einem Einbruch der Verkäufe in Großchina konfrontiert, sondern auch mit rückläufigen Zahlen in den Sparten Sportswear und Jordan. Zwei wichtige Standbeine geraten damit gleichzeitig unter Druck.

Stellenkürzungen mögen zwar die Ausgaben senken, sie werden jedoch die Begeisterung für die Marke nicht wieder entfachen und damit die Umsätze steigern. Da die Umsätze für das Geschäftsjahr 2027 voraussichtlich niedriger ausfallen werden, wäre es nach Einschätzung des Autors durchaus nachvollziehbar, die Aktie solange zu meiden, bis sie einige aufeinanderfolgende Quartale lang die Erwartungen übertrifft und schließlich ihre Prognosen nach oben korrigieren kann.

Dabei sieht die Ampel oberflächlich betrachtet verlockend aus: Obwohl die Aktienkurse in den letzten fünf Jahren um 77 % gefallen sind und Nike wie eine Kandidatin für eine Erholung wirkt, gibt es keinen Grund auszuschließen, dass der Kurs weiter sinkt. Ein gefallener Kurs allein ist schließlich noch kein Beweis für einen Wendepunkt – ein Grundsatz, der für Privatanleger gerade bei angeschlagenen Traditionsmarken gilt.

Wohin stattdessen investieren

Wer einen Bogen um Nike macht und stattdessen an Unternehmen interessiert ist, die Fortschritte bei ihren Turnaround- oder Stabilisierungsbemühungen zeigen, könnte Johnson & Johnson (JNJ) und Sirius XM Holdings (SIRI) genauer unter die Lupe nehmen. Anstatt ein sperriges Konglomerat zu bleiben, hat Johnson & Johnson seine Consumer-Healthcare-Sparte Kenvue im Jahr 2023 ausgegliedert. Dies ermöglichte es dem Konzern, sich auf fortschrittliche Medizintechnik und Pharmazeutika zu konzentrieren – was sich in steigenden Aktienkursen niederschlug. In den letzten 12 Monaten sind die Aktien von Johnson & Johnson um 38 % gestiegen.

Bei Sirius XM ging es eher um Stabilisierung als um einen vollständigen Turnaround. Da der Streaming-Musikmarkt zunehmend wettbewerbsintensiver wird, hat Sirius Abo-Verluste erlitten, wobei der Aktienkurs in den vergangenen fünf Jahren um 58 % gefallen ist. Allerdings zeigt das Unternehmen Fortschritte bei der Gewinnung neuer Hörer: Im zweiten Quartal 2026 kamen netto 22.000 Selbstzahler hinzu. Im Bericht zu diesen Ergebnissen kündigte das Unternehmen zudem an, seine Prognosen für 2026 für Umsatz, bereinigtes EBITDA sowie freien Cashflow anzuheben. Die Aktien sind in den letzten 12 Monaten um etwas mehr als 13 % gestiegen, allein im Jahr 2026 jedoch um 28 % gesprungen.

Für Anleger ergibt sich daraus eine klare Botschaft: Wer auf einen überzeugenden Turnaround setzen will, braucht Geduld und belastbare Belege. Bei Nike fehlen diese bislang – sowohl auf der Umsatzseite als auch beim Ausblick. Johnson & Johnson und Sirius XM zeigen dagegen, wie sich operative Fortschritte in Kursgewinnen niederschlagen können – ein Kontrast, der die aktuelle Zurückhaltung gegenüber der Nike-Aktie gut begründet.

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