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Nahostkonflikt drückt Ölpreise – Trump hofft auf diplomatische Lösung

Trotz Eskalation im Jemen geben Brent und WTI nach – Saudi-Arabien lenkt Lieferungen um.

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Nahostkonflikt drückt Ölpreise – Trump hofft auf diplomatische Lösung

Die Ölpreise sind am Donnerstag gefallen, obwohl der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran sich weiter auf den Jemen ausweitet. Brent-Rohöl gab um 1,8 Prozent auf 103,95 US-Dollar nach, während WTI-Futures auf 100,66 US-Dollar sanken. Grund für die leichte Entspannung an den Märkten sind Berichte über zusätzliche Rohöllieferungen Saudi-Arabiens über den Hafen von Sohar im Oman, die die Sorgen vor massiven Versorgungsengpässen vorübergehend abmilderten.

Der seit Ende Februar andauernde Konflikt hat die globalen Energiemärkte erheblich unter Druck gesetzt. Die vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen greifen Saudi-Arabien an, während saudische Streitkräfte Luftschläge im Jemen durchführen. Analysten der Saxo Bank warnen jedoch, dass die Umleitung über Oman die Ausfälle durch die beschädigte East-West-Pipeline und den gestoppten Export über den Hafen Yanbu nur teilweise kompensieren kann. Die Reparaturdauer der Pipeline bleibt unklar, was den Markt weiterhin verunsichert.

Trump signalisiert Gesprächsbereitschaft

US-Präsident Donald Trump betonte am Mittwochabend, er habe „direkten“ Kontakt zum Iran und glaube, dass Teheran an einer Einigung interessiert sei. Die politische Lage bleibt jedoch angespannt. Laut einem Bericht von Axios ist für kommenden Dienstag ein Treffen Trumps mit Vertretern des Golfkooperationsrates am Rande der UN-Generalversammlung geplant. Die Energiepreise sind ein zentrales Thema für Trumps Republikaner im Vorfeld der Zwischenwahlen im November, da die US-Dieselpreise zuletzt Rekordwerte von über 6,30 US-Dollar pro Gallone erreichten.

Die militärische Lage bleibt volatil. Die Houthis meldeten neue Drohnen- und Raketenangriffe auf den Ölhafen Yanbu und den Luftwaffenstützpunkt Khamis Mushait. Im Gegenzug sollen saudische Streitkräfte diese Woche rund 450 Luftschläge gegen Houthi-Positionen im Jemen durchgeführt haben. Die USA haben als Reaktion auf die Ausweitung des Konflikts ihre Reisewarnungen für Saudi-Arabien verschärft und Regierungsmitarbeitern Reisen in einem Radius von 30 Kilometern zur jemenitischen Grenze untersagt.

Zwei Szenarien für das vierte Quartal

Experten wie Suvro Sarkar von der DBS Bank sehen für das vierte Quartal zwei mögliche Entwicklungen. Sollte der Konflikt abklingen, könnte sich der Brent-Preis im Bereich von 85 bis 95 US-Dollar stabilisieren. Sollten die Angriffe in der Straße von Hormus und am Roten Meer jedoch anhalten, halten Analysten kurzfristige Preisspitzen in Richtung 120 US-Dollar für möglich, bevor sich der Markt wieder bei etwa 100 US-Dollar einpendeln könnte.

Anleger sollten die Entwicklung im Nahen Osten weiterhin genau beobachten. Die Kombination aus militärischer Eskalation, unsicherer Pipeline-Reparatur und diplomatischen Bemühungen sorgt für eine volatile Gemengelage an den Energiemärkten. Die kommenden Tage, insbesondere das geplante Treffen am Rande der UN-Generalversammlung, könnten richtungsweisend für die weitere Preisentwicklung sein.

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