Iran-Krieg belastet US-Verbraucher mit 1.760 Dollar pro Haushalt
Steigende Ölpreise und Zinsen setzen US-Haushalte massiv unter Druck.

US-Verbraucher sehen sich infolge des Krieges der USA mit dem Iran einer massiven Doppelbelastung ausgesetzt. Steigende Ölpreise und zugleich steigende Renditen von Staatsanleihen treiben die finanziellen Kosten pro Haushalt auf rund 1.760 Dollar seit Beginn des Konflikts. Das geht aus einer aktuellen Analyse von Moody's Analytics vom 11. September hervor.
Die Rohölpreise haben sich in den letzten Wochen wieder beschleunigt, da die Kämpfe zwischen den USA und dem Iran erneut zugenommen haben. Diese Entwicklung wird sich direkt an den Zapfsäulen bemerkbar machen. Am Dienstag stiegen die US-Rohölpreise auf über 105 Dollar pro Barrel – den höchsten Schlussstand seit Mitte Mai.
Gleichzeitig stieg die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen in dieser Woche auf den höchsten Stand seit 19 Jahren. Dies droht die Erschwinglichkeitsprobleme für die Verbraucher weiter zu verschärfen, da die Kreditkosten für Güter wie Immobilien und Autos steigen.
Ökonomen warnen vor anhaltendem Druck
„Die Verbraucher stehen unter großem finanziellem Druck“, sagte Mark Zandi, Chefökonom bei Moody's Analytics. Die Gesamtkosten pro Haushalt seit Beginn des USA-Iran-Konflikts beziffert die Analyse auf rund 1.760 Dollar. Zandi erklärte, dass 930 Dollar – also mehr als die Hälfte – dieser Gesamtkosten auf höhere Energiekosten entfallen. Diese Kategorie umfasst den Druck durch steigende Preise für Produkte wie Benzin, Diesel und Kerosin.
Kumuliert stellte Moody's fest, dass US-Verbraucher seit Kriegsbeginn zusätzlich mehr als 121 Milliarden Dollar für Energie ausgegeben haben. Weitere 425 Dollar der 1.760 Dollar resultieren aus den höheren Zinssätzen seit Ausbruch des Krieges. Die verbleibenden 405 Dollar stammen aus höheren Militärausgaben, für die die Verbraucher laut Zandi entweder durch eine Ausweitung der Staatsverschuldung oder durch höhere Steuern aufkommen müssen.
Rekordpreise an den Zapfsäulen
Der Durchschnittspreis für eine Gallone Benzin in den USA überstieg am Dienstag 4,32 Dollar. Das entspricht einem Anstieg von sechs Prozent gegenüber dem Vormonat und 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie die Automobilclub-Organisation AAA mitteilte. Reisende am Labor-Day-Wochenende Anfang September waren mit den höchsten jemals verzeichneten Preisen an den Zapfsäulen für diesen Feiertag konfrontiert.
Noch drastischer ist die Lage bei Diesel: Die Preise pro Gallone erreichten in den letzten Tagen Rekordhöhen von über sechs Dollar und lagen laut AAA rund 70 Prozent höher als am gleichen Tag des Vorjahres. Ökonomen warnen, dass Unternehmen die höheren Kosten für Diesel – den Kraftstoff, der für den Gütertransport essenziell ist – letztlich an die Verbraucher weitergeben werden.
Verbraucher greifen Ersparnisse an
Mehrere Ökonomen stellten fest, dass allein die höheren Energiekosten den Nutzen aus den höheren Steuerrückerstattungen in diesem Jahr mehr als wettgemacht haben. Die Verbraucher greifen zunehmend auf ihre Ersparnisse zurück, um ihre Ausgaben aufrechterhalten zu können. Die Experten warnen jedoch, dass dies nicht von Dauer sein dürfte.
Der Anstieg der Ölpreise am Dienstag erfolgte trotz der Zusicherung von Energieminister Chris Wright gegenüber CNBC, dass die Schließung einer saudi-arabischen Pipeline nur wenige Tage dauern würde. Die Lage bleibt angespannt, und die finanziellen Spielräume der US-Verbraucher werden nach Einschätzung der Analysten zunehmend enger.
