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Morgan Stanley: Fed-Zinssenkungen kommen später, aber umfangreicher

Die Risiken für den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank verschieben sich laut Morgan Stanley zeitlich nach hinten.

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Morgan Stanley: Fed-Zinssenkungen kommen später, aber umfangreicher

Morgan Stanley hat seine Einschätzung zur US-Geldpolitik präzisiert: Die Risiken tendieren eher in Richtung späterer Zinssenkungen durch die Federal Reserve, die jedoch potenziell umfangreicher ausfallen könnten als bislang prognostiziert. Als Hauptgrund nennt die US-Investmentbank die weiterhin ungewisse Inflationsdynamik in den Vereinigten Staaten.

Besonders im Fokus steht die Kernrate des PCE-Preisindex, der bevorzugte Inflationsindikator der Fed. Für das erste Quartal erwartet Morgan Stanley starke Werte, wobei die annualisierte Dreimonatsrate im Februar voraussichtlich über 4 Prozent steigen wird. Dieser Wert liegt deutlich über dem Fed-Ziel von 2 Prozent und dürfte die Notenbank zu weiterer Vorsicht zwingen.

Inflation vorübergehend erhöht

Trotz der aktuell hohen Inflationswerte hält Morgan Stanley den Preisauftrieb für temporär. Die Bank erwartet, dass sich die Kerninflation ab dem zweiten Quartal verlangsamen wird, sobald verschiedene Sonderfaktoren nachlassen. Dazu zählen zollbedingte Preiserhöhungen sowie saisonale Verzerrungen, die die Inflationswerte typischerweise zu Jahresbeginn in die Höhe treiben.

Zölle haben laut Morgan Stanley zu höheren Güterpreisen beigetragen, da Unternehmen gestiegene Kosten im Rahmen jährlicher Preisanpassungen weitergegeben haben. Dieser Effekt dürfte jedoch im Laufe der Zeit weitgehend abklingen. Zusätzlich zeigt die Inflation bei den Wohnkosten – eine Schlüsselkomponente der Dienstleistungspreise – Anzeichen einer Verlangsamung, was den allgemeinen Preisdruck im weiteren Jahresverlauf mildern könnte.

Ölpreisschocks werden nach Einschätzung der Bank die Kerninflation voraussichtlich nicht signifikant anheben, es sei denn, sie führen zu einem anhaltenden Anstieg der Inflationserwartungen. Diese Einschätzung ist für Anleger relevant, da sie die Handlungsspielräume der Fed direkt beeinflusst.

Zwei Zinssenkungen für 2025 erwartet

Für das laufende Jahr rechnet Morgan Stanley mit zwei Zinssenkungen der Federal Reserve. Die Notenbanker dürften jedoch auf deutlichere Belege für eine nachhaltige Verlangsamung der Inflation warten, bevor sie den Lockerungszyklus einleiten. Eine voreilige Lockerung könnte die Glaubwürdigkeit der Fed im Kampf gegen die Inflation beschädigen.

Gleichzeitig könnten straffere Finanzierungsbedingungen und ein möglicher Druck auf die Verbraucher durch höhere Energiepreise die Argumente für zusätzliche Zinssenkungen verstärken, sollte sich das Wirtschaftswachstum spürbar abschwächen. Für deutsche Anleger ist diese Entwicklung bedeutsam, da Fed-Entscheidungen traditionell Signalwirkung für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank haben und Wechselkurse sowie internationale Kapitalströme beeinflussen.

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