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Micron oder SanDisk: Welche Speicherchip-Aktie lohnt sich langfristig?

Beide Speicherchip-Hersteller legen 2026 spektakulär zu – doch Micron bietet entscheidende Vorteile.

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Micron oder SanDisk: Welche Speicherchip-Aktie lohnt sich langfristig?

Micron (MU) und SanDisk (SNDK) gehören zu den größten Gewinnern des laufenden Börsenjahres. Im S&P 500 ist SanDisk mit einem Kursplus von über 650% die bestperformende Aktie überhaupt. Auch Micron hat mit einem Zuwachs von nahezu 300% ein außergewöhnliches Jahr hingelegt und belegt damit Platz vier im Index.

Beide Unternehmen profitieren von der enormen Nachfrage nach künstlicher Intelligenz (AI), und laut dem US-Analyseportal Motley Fool könnten beide Aktien trotz der bereits erzielten Kursgewinne weiterhin attraktive Investments darstellen. Die entscheidende Frage für Anleger lautet jedoch: Welche der beiden Aktien ist die bessere Wahl für die kommenden fünf Jahre?

DRAM als entscheidender Wettbewerbsvorteil

Beide Konzerne stellen Speicherchips her, doch die Produktpalette unterscheidet sich. Die zwei primären Speichertypen sind DRAM und NAND. NAND-Speicher dient der langfristigen Datenspeicherung und kommt etwa in Solid-State-Drives (SSDs) zum Einsatz. DRAM-Speicher ist dagegen flüchtig und verliert seine Informationen bei einem Stromausfall, ermöglicht Recheneinheiten aber einen besonders schnellen Zugriff auf Daten – diese Technologie steckt in Laptops und anderen Recheneinheiten wie Grafikprozessoren (GPUs).

SanDisk produziert ausschließlich NAND-Speicher, während Micron sowohl NAND als auch DRAM herstellt. Aus Sicht des Autors spricht derzeit mehr für das DRAM-Geschäft. Zwar sind beide Speichertypen knapp, doch DRAM könnte einen Herstellungsvorteil bieten, der Kunden zur Wahl eines bestimmten Lieferanten bewegt. SSDs sind austauschbar, und es ist weitgehend unerheblich, welcher Hersteller sie fertigt.

Während DRAM historisch ebenfalls als universell galt, entfernt sich HBM (High-Bandwidth-Memory), ein Untersegment von DRAM, zunehmend von dieser Universalität. Micron und Nvidia haben eine Vereinbarung zur Entwicklung der ersten kundenspezifischen HBM-Chips getroffen. Das könnte ein Gamechanger für Micron sein, da es das Unternehmen von der Rolle eines reinen Universallieferanten hin zu einem direkten Partner führt – ein klarer Vorsprung gegenüber SanDisk.

Rekordwachstum auf beiden Seiten

Im Speicherchip-Markt herrscht eine massive Engpasssituation. Manche Anleger befürchten, dass diese Nachfragespitze bald abflachen könnte, doch dafür besteht nach Einschätzung des Autors kein Anlass. In der jüngsten Quartalszahlenmitteilung teilte Micron mit, dass die Knappheit bei Speicherchips in den Jahren 2027 und 2028 stärker ausfallen werde als im Jahr 2026.

Das verspricht weiteres Umsatzwachstum für beide Unternehmen. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2027, das am 3. September endete, wuchs Micron mit einer Rate von 379%. SanDisk wuchs mit 372% technisch gesehen langsamer – ein Unterschied, der kaum ins Gewicht fällt. Beide Unternehmen haben ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu verfünffacht.

Günstige Bewertung mit Aufwärtspotenzial

Interessant ist die Bewertungssituation: Weil der Markt davon ausgeht, dass sich das Geschäft beider Unternehmen in den kommenden Jahren aufgrund sinkender KI-Nachfrage verringern wird, sind die Aktien nicht hoch bewertet. Micron hat Anlegern jedoch mitgeteilt, Absatzvereinbarungen bis ins Jahr 2030 abgeschlossen zu haben – die Nachfragespitze ist also noch lange nicht zu Ende. Die derzeit günstige Bewertung dürfte daher nicht lange Bestand haben.

Würden beide Aktien während ihrer jeweiligen Geschäftsjahre auf etwa das 20-fache der vergangenen Gewinne steigen, ergäbe sich erhebliches Aufwärtspotenzial: Micron würde mehr als verdreifachen, SanDisk um etwa 150% zulegen. Damit verschafft sich Micron einen Renditevorteil.

Für deutsche Anleger, die langfristig auf die Speicherchip-Branche setzen wollen, lautet das Fazit des Autors daher eindeutig: Micron ist wegen seiner DRAM-Exponierung und der Nvidia-Partnerschaft die insgesamt bessere Kaufempfehlung – vorausgesetzt, man könnte nur eine der beiden Aktien für die nächsten fünf Jahre halten.

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