ANZEIGE

September an der Börse: Nur Rohstoffe und Bargeld legen zu

Der S&P 500 verlor 0,3 Prozent, Immobilien brachen ein – nur zwei Anlageklassen schlossen den Monat im Plus.

•• 5 Min
September an der Börse: Nur Rohstoffe und Bargeld legen zu

Der September 2026 war für den Aktienmarkt ein schwacher Monat – und für fast alle Anlageklassen. Der S&P 500 fiel im Monatsverlauf um 0,3 Prozent. Der gesamte US-Aktienmarkt, gemessen am Vanguard Morningstar Total Stock Market ETF (VTI), legte dagegen um 0,8 Prozent zu. Historisch betrachtet ist der September ohnehin ein schwieriger Monat für Aktien, insofern sind diese Ergebnisse keine große Überraschung.

Überraschend war für viele Anleger allerdings, wie breit die Schwäche ausfiel. Ausländische Aktien lagen sowohl in Schwellen- als auch in entwickelten Volkswirtschaften im Minus. Anleihen aller Art verloren an Wert, weil die globalen Renditen stark stiegen. Auch der Immobiliensektor litt im Laufe des Monats.

Besonders hart traf es Immobilienwerte: Der Vanguard Real Estate Index Fund ETF (VNQ) verzeichnete einen Rückgang von 6,2 Prozent – die schwächste monatliche Performance seit fast zwei Jahren. Nur zwei Anlageklassen konnten im September überhaupt Gewinne verbuchen: Rohstoffe und Bargeld.

Die Details

Rohstoffe erzielten im September eine Rendite von 4,5 Prozent, gemessen am iShares S&P GSCI Commodity-Indexed Trust (GSG). Dieser ETF folgt dem S&P Dow Jones GSCI-Index, der stark auf Energierohstoffe konzentriert ist. Ein Teil der beeindruckenden Monatsrendite resultiert daraus, dass Rohöl im September im Zuge des anhaltenden Konflikts im Persischen Golf um 8,9 Prozent stieg. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung notierte Brent Crude, der internationale Benchmark, bei rund 101 US-Dollar pro Barrel.

Nicht alle Rohstoffe legten jedoch zu. Gold lag im September um 6,8 Prozent im Minus, weil ein stärkerer Dollar und höhere Anleiherenditen das gelbe Metall für Anleger weniger attraktiv machten.

Die zweite Gewinner-Klasse war Bargeld – gemessen am iShares 0-1 Year Treasury Bond ETF (SHV), der US-Treasuries mit Laufzeiten von einem Jahr oder weniger umfasst. Es handelt sich dabei nicht um physisches Bargeld, sondern um ein risikoarmes Cash-Äquivalent.

Auch ein Segment des Aktienmarktes schnitt gut ab: Der Nasdaq-100 legte um 3,3 Prozent zu. Dieser Index verfolgt die 100 größten nichtfinanziellen Unternehmen, die an der Nasdaq-Börse gelistet sind, und besteht größtenteils aus großen Technologie- und Softwareunternehmen. Viele dieser Unternehmen, darunter Meta Platforms, Dell Technologies und Advanced Micro Devices, verzeichneten im Monatsverlauf Gewinne von mehr als 20 Prozent. Der Nasdaq-100 ist im Jahr 2026 bisher um fast 21 Prozent gestiegen und übertrifft damit den S&P 500, der in diesem Jahr um 12,7 Prozent zugelegt hat.

Der Druck auf Immobilienwerte hat einen klaren mechanischen Hintergrund: Immobilien-Investmenttrusts (REITs) und andere immobilienbezogene Aktien leiden unter steigenden Zinssätzen und Anleiherenditen. Das verteuert die Kreditaufnahme für REITs und treibt die Hypothekenzinsen in die Höhe, was dem Wohnungsmarkt schadet.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 20.09.2026 berichtete aktien.news über den sogenannten September-Effekt: Der Nasdaq Composite lag im laufenden Monat rund 1,5 Prozent im Minus, der S&P 500 gab um 1,75 Prozent nach, und Einzelwerte wie Micron Technology verzeichneten mit minus 3,4 Prozent noch stärkere Verluste. Eine Analyse von The Motley Fool riet Anlegern dennoch, investiert zu bleiben – seit 1985 verzeichnete der Nasdaq Composite im September eine durchschnittliche Rendite von minus 0,5 Prozent.

Am 25.09.2026 berichtete aktien.news, dass ein US-Inflationsbericht über den Erwartungen lag und die Aktienkurse dennoch stiegen. Der US-Verbraucherpreisindex (CPI) fiel höher aus als von Analysten prognostiziert – und dennoch stiegen die Kurse. Motley Fool erklärte dieses Paradox in einem Video, das am 11. September 2026 veröffentlicht wurde und Aktienkurse vom Handelstag am 10. September 2026 verwendete. Der CPI gilt als wichtiger Frühindikator für die Geldpolitik der US-Notenbank.

Am 01.10.2026 folgte die Nachricht vom brutalen September am Anleihemarkt: Der Bloomberg U.S. Aggregate Total Return Index (AGG) sank im September um mehr als 2,5 Prozent – der stärkste monatliche Rückgang seit mindestens dem 30. April. Der AGG gilt als breiter Maßstab für den US-Anleihemarkt und wird häufig als das Anleihe-Pendant zum S&P 500 beschrieben.

Am 03.10.2026 berichtete aktien.news schließlich über Meta Platforms: Die Aktie erzielte im September die beste Performance innerhalb der „Magnificent Seven" und legte im Monatsverlauf um 26 Prozent zu – der stärkste Monat seit 2022. Damit ließ sie die übrigen Schwergewichte des US-Technologiesektors deutlich hinter sich, auch Nvidia.

Was das für Anleger bedeutet

Der September 2026 zeigt exemplarisch, wie stark die Performance einzelner Anlageklassen auseinanderläuft, wenn die Zinsen steigen. Steigende Zinssätze und Anleiherenditen verteuern die Kreditaufnahme für REITs und treiben die Hypothekenzinsen in die Höhe, was dem Wohnungsmarkt schadet – das erklärt den Einbruch des Immobiliensektors um 6,2 Prozent. Anleihen verloren in dieser Gemengelage ebenfalls, wie der AGG-Rückgang von mehr als 2,5 Prozent belegt.

Für deutsche Privatanleger ist die Botschaft, dass Diversifikation über mehrere Anlageklassen hinweg in einem solchen Umfeld entscheidend ist. Während Anleihen und Immobilien verloren, profitierten Rohstoffe und kurzfristige US-Staatsanleihen. Gleichzeitig zeigt der Nasdaq-100 mit plus 3,3 Prozent im Monat und fast 21 Prozent seit Jahresbeginn, dass Technologiewerte die breite Marktschwäche deutlich übertrafen. Auffällig ist, dass selbst ein einzelner Titel wie Meta Platforms mit plus 26 Prozent im September weit über dem Marktdurchschnitt lag.

Zu beachten ist, dass die genannten ETFs und Indizes den US-Markt abbilden. Die genannten Prozentwerte beziehen sich ausschließlich auf diese Instrumente und sind nicht eins zu eins auf europäische oder deutsche Märkte übertragbar. Anleger sollten die Währungseffekte und die unterschiedliche Zinsdynamik der Regionen im Blick behalten.

Ausblick

Viele der Trends, die den Markt im September beeinflusst haben, dürften auch im Oktober fortbestehen. Der Krieg im Persischen Golf scheint nicht bald gelöst zu werden, während die Anleiherenditen weiterhin hoch bleiben. Zudem scheint die Federal Reserve auf einem Pfad zu höheren Zinssätzen zu sein.

Beobachten sollten Anleger daher weiterhin die Entwicklung der Rohölpreise, der Anleiherenditen und der US-Notenbankpolitik – diese drei Faktoren prägten den September und dürften auch den weiteren Verlauf bestimmen. Solange diese Bedingungen anhalten, bleiben die Voraussetzungen für Rohstoffe und Bargeld als relative Gewinner bestehen, während zinssensitive Sektoren wie Immobilien weiter unter Druck stehen könnten.

Kurz erklärt

  • ETF: Ein börsengehandelter Fonds, der einen Index oder einen Korb von Wertpapieren nachbildet und wie eine Aktie gehandelt wird.
  • REITs: Immobilien-Investmenttrusts, also börsennotierte Unternehmen, die in Immobilien investieren und Erträge an Anleger ausschütten.
  • Cash-Äquivalent: Eine sehr kurzfristige, risikoarme Anlage, die sich ähnlich wie Bargeld verhält.
S&P 500Nasdaq-100RohstoffeReitsSeptember-EffektAnleihenBargeldUs-Aktienmarkt

Meistgelesene News

  1. Beschlagnahmte Iran-Öltanker segeln langsam in Richtung USA
  2. Mercedes-Benz: Neue Regeln für mobiles Arbeiten stehen kurz bevor
  3. Alphabet und Nvidia: Was 1.000 Dollar bis 2030 wert sein könnten
  4. BASF im Umbruch: Evonik-Übernahme und EU-Batterie-Regeln
  5. Iran erhält offizielle US-Antwort auf Friedensvorschlag

Disclaimer