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Jim Cramer: Drei Anlage-Regeln für starke Renditen an der Börse

Der CNBC-Moderator und frühere Hedgefonds-Manager setzt auf schrittweisen Positionsaufbau und kauft Aktien bei nicht fundamentalen Rückschlägen.

• 4 Min
Jim Cramer: Drei Anlage-Regeln für starke Renditen an der Börse

Jim Cramer, ehemaliger Hedgefonds-Manager und seit Jahrzehnten als Marktexperte im CNBC-Programm präsent, hat im Laufe seiner Karriere zentrale Anlagegrundsätze entwickelt. Ein Bericht des US-Finanzportals Motley Fool vom 4. Oktober 2026 fasst zusammen, welche Regeln Anleger nach Ansicht des Moderators befolgen sollten, um im Verlauf ihrer Anlagetätigkeit starke Renditen zu erzielen. Zwei dieser Grundsätze werden dabei besonders hervorgehoben.

Der erste lautet: Eine Position wird schrittweise aufgebaut, nicht mit einem einmaligen Einstieg. Der zweite: Gesucht werden Aktien, die aus Gründen gefallen sind, die nichts mit den fundamentalen Geschäftsbedingungen des Unternehmens zu tun haben. Beide Regeln zielen darauf ab, den Zeitpunkt des Einstiegs zu entzerren und Kursrückgänge nicht vorschnell mit einer Verschlechterung des Geschäfts zu verwechseln.

Cramer ist an den Märkten kein Unbekannter. Vor seiner Fernsehkarriere arbeitete er als Hedgefonds-Manager und war damit selbst für die Wertentwicklung von Kundengeldern verantwortlich. Seit Jahrzehnten tritt er als Marktexperte bei CNBC auf. Seine Sendung "Mad Money" wird nach dem Börsenschluss ausgestrahlt und von Anlegern weltweit aufmerksam verfolgt – ein Publikum, das weit über die Vereinigten Staaten hinausreicht.

Die Details

Im Zentrum der Berichterstattung stehen die beiden genannten Grundsätze. Der schrittweise Aufbau einer Position bedeutet, dass ein Anleger sein Kapital nicht zu einem einzigen Zeitpunkt in eine Aktie investiert, sondern den Einstieg über mehrere Käufe streckt. Der Ansatz verteilt damit das Einstiegsrisiko über mehrere Zeitpunkte, statt es an einen einzigen Kurs zu binden.

Der zweite Grundsatz betrifft die Auswahl der Werte. Cramer sucht nach Aktien, deren Kurs aus Gründen gefallen ist, die nicht mit den fundamentalen Geschäftsbedingungen des Unternehmens zusammenhängen. Der Kursrückgang ist in diesem Fall also nicht Ausdruck eines schwächeren Geschäfts, sondern Folge anderer Einflüsse. Genau in dieser Unterscheidung liegt der Kern der Regel.

Ein Blick auf die Sendung zeigt, wie Cramer seine Einschätzungen im Alltag vermittelt. "Mad Money" läuft montags bis freitags von 18 bis 19 Uhr ET. In der Rubrik "Lightning Round" beantwortet der Moderator in rasantem Tempo die Anrufe der Zuschauer und ordnet einzelne Aktien ein. Diese Rubrik ist der Ort, an dem konkrete Bewertungen und Empfehlungen fallen.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 6. Juni 2026 berichtete aktien.news, dass Cramer in der "Lightning Round" von "Mad Money" die Reddit-Aktie als interessanten, aber vorsichtig zu behandelnden Kauf einstufte. Er lobte die Plattform für ihre einzigartigen Eigenschaften, mahnte jedoch zur Zurückhaltung beim Einstieg. Als Begründung nannte er die Bewertung: Die Aktie sei mit dem 29-fachen des Gewinns bewertet.

Am 5. Mai 2026 berichtete aktien.news über zwei Einschätzungen Cramers. Zum einen stufte er TTM Technologies als guten Börsenwert ein und ordnete das Unternehmen in den großen Wandel im Computing-Bereich ein. Zum anderen rief er Anleger dazu auf, bei geopolitisch bedingten Marktturbulenzen nicht in Panik zu verfallen. Stattdessen solle man auf Unternehmen setzen, die die sogenannte "New Economy" antreiben – allen voran Aktien aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Cloud-Computing und Rechenzentren. Diese Segmente seien besonders widerstandsfähig gegenüber makroökonomischen Schocks, selbst wenn Ölpreise steigen und Zinsen hoch bleiben.

Am 6. August 2026 berichtete aktien.news, dass Cramer Anleger dazu aufrief, ihre Denkweise grundlegend zu ändern. Seiner Meinung nach begehen viele Investoren einen klassischen Fehler: Sie behandeln schnell wachsende Branchen so, als könne darin nur ein einziges Unternehmen langfristig gewinnen. "Auf jeder Stufe der KI-Nahrungskette ist Platz für viele Unternehmen. Es geht nicht um Fressen oder Gefressenwerden", sagte Cramer. Die besten Aktien gehörten oft Unternehmen, die viel Konkurrenz haben, schlichtweg weil es genug Geschäft für alle gibt.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger sind die beiden Grundsätze unabhängig vom Heimatmarkt anwendbar. Wer eine Position in mehreren Schritten aufbaut, verteilt den Einstieg über verschiedene Kurse und ist weniger davon abhängig, den optimalen Zeitpunkt getroffen zu haben. Das ist besonders relevant bei Werten, die starken Kursschwankungen unterliegen.

Der zweite Grundsatz verlangt dagegen eine klare Trennung zwischen Kursbewegung und Geschäftsentwicklung. Anleger müssen einschätzen, ob ein Kursrückgang auf die fundamentalen Geschäftsbedingungen des Unternehmens zurückgeht oder auf andere Ursachen. Genau diese Unterscheidung ist anspruchsvoll, weil sie eine eigene Analyse des Geschäfts erfordert.

Zu beachten ist, dass es sich bei Cramers Äußerungen um individuelle Einschätzungen eines Fernsehmoderators handelt, nicht um ein systematisches Anlagemodell. Die genannten Regeln sind Grundsätze, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung für einzelne Werte. Anleger sollten sie als Orientierung verstehen und mit ihrer eigenen Risikotragfähigkeit abgleichen.

Ausblick

"Mad Money" wird montags bis freitags von 18 bis 19 Uhr ET ausgestrahlt und bietet Zuschauern die Möglichkeit, Cramer direkt Aktienfragen zu stellen. Da die Sendung werktäglich läuft, ist mit weiteren Aktienbewertungen des Moderators zu rechnen. Konkrete neue Empfehlungen oder Termine nennt der vorliegende Bericht nicht.

Kurz erklärt

  • Position: Die Gesamtheit der Anteile, die ein Anleger an einem einzelnen Wert hält.
  • Fundamentaldaten: Kennzahlen und Fakten zum tatsächlichen Geschäft eines Unternehmens.
  • Lightning Round: Eine Rubrik, in der Zuschauer dem Moderator in schneller Folge Aktienfragen stellen können.
  • Bewertung: Das Verhältnis von Aktienkurs zu Gewinn oder anderen Kennzahlen eines Unternehmens.
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