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Leben im Ausland beendet US-Steuerpflicht nicht – Expats aufgepasst

Junge Amerikaner im Ausland müssen weiterhin US-Steuern zahlen – trotz Wohnsitzwechsel.

4 Min
Leben im Ausland beendet US-Steuerpflicht nicht – Expats aufgepasst

Für junge Amerikaner, die ein Auslandsstudium in einen dauerhaften Umzug ins Ausland verwandeln, werden Steuerfragen oft zur unerwarteten Hürde. Der Aufenthalt im Ausland bedeutet zwar nicht zwangsläufig eine doppelte Besteuerung, doch US-Bürger müssen sich mit den Meldeanforderungen sowohl in den USA als auch in ihrem Wohnsitzland auseinandersetzen.

Erin Collins, Leiterin der Taxpayer Advocate Service, einer unabhängigen Organisation innerhalb des IRS (Internal Revenue Service), erklärte in ihrem jüngsten Jahresbericht an den Kongress, dass die Herausforderungen für Steuerzahler im Ausland zu den „ernsthaftesten Problemen“ gehören, vor denen amerikanische Steuerzahler stehen.

Die College-Studentin Reese Charron berichtete gegenüber CNBC, dass steuerliche Fragen während ihres Studienaufenthalts in Valencia, Spanien, Anfang dieses Jahres nicht im Vordergrund standen. Charron, 21 Jahre alt und Abschlussstudentin an der University of Virginia, sagte, die Erfahrung des Auslandsstudiums habe ihr die Möglichkeit gegeben, sich in die spanische Kultur einzutauchen. Doch das änderte sich, nachdem sie von den steuerlichen Pflichten für im Ausland lebende Amerikaner erfuhr.

Grundlegende Steuerpflichten für US-Bürger im Ausland

US-Bürger, die verpflichtet sind, eine bundeseinkommensteuerliche Erklärung abzugeben, müssen in der Regel ihr weltweites Einkommen beim IRS melden – selbst wenn sie in einem anderen Land leben und arbeiten, so Steuerexperten. Dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass sie einer doppelten Besteuerung unterliegen.

Eine wichtige Entlastungsmöglichkeit ist der sogenannte Foreign Earned Income Exclusion (Ausschluss ausländischer Arbeitseinkünfte). Für das Steuerjahr 2026 können berechtigte Steuerzahler bis zu 132.900 US-Dollar aus ausländischen Arbeitseinkünften von der US-Bundeseinkommensteuer ausschließen. Der Ausschluss ist jedoch nicht automatisch. Steuerzahler müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen und in der Regel eine US-Steuererklärung abgeben, um ihn in Anspruch zu nehmen.

Um qualifiziert zu sein, muss man nach Angaben des IRS für einen ununterbrochenen Zeitraum, der ein vollständiges Steuerjahr umfasst, „bona fide resident“ (rechtmäßiger Bewohner) eines oder mehrerer fremder Länder sein oder sich mindestens 330 volle Tage innerhalb eines 12-monatigen Zeitraums physisch aufhalten.

Foreign Tax Credit als Alternative

Je nach ihren Umständen sollten Amerikaner im Ausland auch den Foreign Tax Credit (Ausländische Steuerabzug) für Einkommenssteuern in Betracht ziehen, die an ein anderes Land gezahlt wurden, falls sie auf dieselben Einnahmen US-Steuer schulden. Diese Regelung ermöglicht es berechtigten Verbrauchern, entweder einen Steuerguthaben oder eine spezielle Abzugsposition für im Ausland gezahlte Steuern geltend zu machen.

Wichtig zu beachten: Wer den Ausschluss für ausländische Arbeitseinkünfte nutzt, kann den ausländischen Steuerabzug nicht beanspruchen. In jedem Fall muss eine US-Einkommensteuererklärung abgegeben werden, um diese Vergünstigungen zu erhalten.

Automatische Fristverlängerung und Zinszahlungen

US-Bürger, die im Ausland leben und bestimmte Anforderungen erfüllen, erhalten in der Regel eine automatische zweimonatige Fristverlängerung zur Abgabe ihrer bundeseinkommensteuerlichen Erklärung und zur Zahlung der Bundeseinkommensteuer, so der IRS. Zinsen auf nicht bezahlte Steuern laufen jedoch in der Regel ab der regulären April-Frist weiter.

Meldepflichten für ausländische Konten

Die Eröffnung eines alltäglichen Giro- oder Sparkontos in einem anderen Land könnte eine Meldepflicht einführen, mit der Expats während ihres Aufenthalts in den USA nie konfrontiert waren. Zum Beispiel könnten Amerikaner verpflichtet sein, einen Report of Foreign Bank and Financial Accounts (FBAR) bei der Financial Crimes Enforcement Network, einer Behörde innerhalb des US-Finanzministeriums, einzureichen.

Ein FBAR ist in der Regel erforderlich, wenn der kombinierte Wert der ausländischen Finanzkonten einer Person zu irgendeinem Zeitpunkt während des Kalenderjahres 10.000 US-Dollar übersteigt. Der FBAR ist bis zum 15. April nach dem Kalenderjahr fällig, wobei eine automatische Verlängerung bis zum 15. Oktober gilt.

Zusätzlich muss ein einzelner US-Steuerzahler, der in einem fremden Land lebt, in der Regel ein separates Formular direkt an den IRS als Teil seiner jährlichen Steuererklärung einreichen, um spezifizierte ausländische Finanzwerte zu melden, die am letzten Tag des Steuerjahres mehr als 200.000 US-Dollar oder zu irgendeinem Zeitpunkt während des Jahres mehr als 300.000 US-Dollar betragen.

Praktische Ratschläge für Expats

Bevor Amerikaner einen Job im Ausland annehmen oder einen Umzug planen, sollten sie verstehen, wie der Aufenthalt in einem anderen Land ihre Einkommensteuern, Bank- und Investmentkonten sowie andere finanzielle Verpflichtungen beeinflussen könnte, so Experten. Die Steuergesetze im Land, in dem ein Amerikaner lebt oder arbeitet, variieren, daher hängen die Melde- und Zahlungspflichten von der Gerichtsbarkeit und den individuellen Umständen ab.

Steuerexperten raten dazu, Steuerberater zu konsultieren, die mit den Regeln sowohl in den USA als auch in dem Land, in dem man leben möchte, vertraut sind. Das Verständnis darüber, wo man erklären muss, was gemeldet werden muss und wie die Steuersysteme der beiden Länder interagieren, kann unerwartete Steuerprobleme verhindern.

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