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Benzinpreise in Europa: Warum Deutschland so teuer ist

Deutsche Autofahrer zahlen an der Tankstelle deutlich mehr als viele Nachbarn – ein Preisvergleich.

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Benzinpreise in Europa: Warum Deutschland so teuer ist

Die Zeiten, als deutsche Schnäppchenjäger auf polnische Märkte gleich hinter der Grenze reisten, sind eigentlich lange vorbei. Zigaretten, Lebensmittel, Medikamente, Klamotten: In den Neunzigerjahren unterschied sich das Preisniveau zwischen den Nachbarländern noch so stark, dass sich allein fürs Einkaufen die Fahrt etwa von Berlin aus locker bezahlt machte.

Inzwischen aber haben sich die polnischen Preise den deutschen angenähert, viele „Polenmärkte“ haben längst zugemacht. Doch ein Bereich fällt weiterhin aus dem Rahmen: die Benzinpreise. Deutsche Autofahrer zahlen im europäischen Vergleich mit die höchsten Spritpreise – und das hat handfeste Gründe.

Steuern und Abgaben als Kostentreiber

Der Hauptgrund für die hohen Benzinpreise in Deutschland liegt in der Steuer- und Abgabenlast. Auf jeden Liter Superbenzin entfallen in Deutschland Energiesteuer, Mehrwertsteuer und die CO₂-Abgabe. Der reine Warenpreis für das Benzin macht oft weniger als die Hälfte des Endpreises aus. In vielen Nachbarländern ist die Steuerlast deutlich geringer.

Länder wie Polen, Tschechien oder Österreich haben niedrigere Mineralölsteuern, was sich direkt an der Tankstelle bemerkbar macht. Auch die Mehrwertsteuer variiert innerhalb der EU. Deutschland liegt mit 19 Prozent im oberen Mittelfeld, während etwa Luxemburg mit reduzierten Sätzen lockt.

Wettbewerb und Marktstruktur

Ein weiterer Faktor ist die Marktstruktur. In Deutschland dominieren wenige große Mineralölkonzerne den Markt. Der Wettbewerb an den Tankstellen ist weniger intensiv als in manchen anderen europäischen Ländern. Hinzu kommt, dass Deutschland als Transitland stark vom internationalen Rohölpreis abhängig ist. Die Raffineriekapazitäten sind begrenzt, und logistische Kosten treiben den Preis zusätzlich.

Ausblick für Autofahrer

Für deutsche Autofahrer dürfte sich an der Preissituation auf absehbare Zeit wenig ändern. Die CO₂-Bepreisung wird in den kommenden Jahren sogar noch steigen, was die Spritpreise weiter nach oben treiben könnte. Wer sparen möchte, kann auf günstigere Tankzeiten am Abend achten oder auf alternative Antriebe setzen.

Der Blick über die Grenze zeigt: Deutschland ist im europäischen Vergleich beim Benzinpreis weiterhin Spitzenreiter – allerdings im negativen Sinne. Während sich die Preisunterschiede bei vielen Konsumgütern angeglichen haben, bleibt die Tankstelle eine teure Angelegenheit für deutsche Autofahrer.

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