Können globale Aktien weiter steigen? UBS sieht diese Treiber
UBS bekräftigt optimistischen Ausblick für globale Aktienmärkte trotz Zinserhöhungen und Ölpreis-Volatilität.

Die UBS bleibt zuversichtlich für die globalen Aktienmärkte. In einer am Freitag veröffentlichten Studie bekräftigte die Großbank ihre konstruktive Einschätzung und sieht mehrere Faktoren, die die Kurse in den kommenden sechs bis zwölf Monaten weiter nach oben treiben könnten. Trotz zwischenzeitlicher Volatilität durch höhere Ölpreise und eine straffere Geldpolitik der US-Notenbank zeigt sich die Bank unbeeindruckt.
Ulrike Hoffmann-Burchardi, Chief Investment Officer für Amerika und globale Leiterin für Aktien bei der UBS, erklärte, dass die jüngsten Turbulenzen die positive Sicht der Bank nicht aus dem Gleichgewicht gebracht hätten. Zwar hätten höhere Ölpreise und eine hawkische Neupreisung der Fed-Politik im September für Verunsicherung gesorgt, doch die grundlegenden Treiber für Aktien blieben intakt.
Globale Konjunktur stützt die Aktienmärkte
Die UBS verweist auf mehrere makroökonomische Faktoren, die für Rückenwind sorgen. Die meisten Volkswirtschaften verfolgen demnach eine expansive Fiskalpolitik, das verarbeitende Gewerbe erholt sich und das Kreditwachstum beschleunigt sich. Vor diesem Hintergrund zeigte sich Hoffmann-Burchardi gelassen gegenüber möglichen weiteren Zinserhöhungen: „Wir glauben nicht, dass einige kalibrierende Zinserhöhungen den konstruktiven Ausblick zunichte machen.“
Die Bank weist darauf hin, dass Aktienmärkte in der Regel in den frühen Phasen eines Zinsanhebungszyklus gut performen – es sei denn, dieser verläuft ungewöhnlich steil wie im Jahr 2022. Die UBS erwartet jedoch lediglich einen flachen Zyklus, da die durch Zölle getriebene Inflation nachlasse.
KI-Investitionen als zentraler Wachstumstreiber
Ein wesentlicher Pfeiler der optimistischen Prognose ist der anhaltende Boom bei Künstlicher Intelligenz. Hoffmann-Burchardi betonte, dass „die Investitionen in KI-Infrastruktur keine Anzeichen einer Verlangsamung“ zeigten. Die UBS prognostiziert ein Wachstum der KI-Kapitalausgaben um 84 Prozent in diesem Jahr und um weitere 33 Prozent im nächsten Jahr.
Dies werde voraussichtlich die Halbleiterbranche unterstützen, die zu den bevorzugten Technologiesegmenten der Bank zählt. Gleichzeitig würden Hyperscaler – also große Cloud- und Rechenzentrumsbetreiber – ihre Investitionen zunehmend monetarisieren.
Gewinnwachstum und Bewertungen im Fokus
Für den MSCI All Country World Index prognostiziert die UBS ein Gewinnwachstum von 26 Prozent in diesem Jahr und von 14 Prozent im nächsten Jahr. Die jüngsten Kursgewinne hätten es den Bewertungen zudem ermöglicht, sich wieder ihrem Zehn-Jahres-Durchschnitt anzunähern.
Die Bank behält die Märkte in den USA, Europa und Asien weiterhin attraktiv im Blick. Eine relative Präferenz zeigt sie für die Eurozone, Asien exklusive Japan sowie die Schwellenländer.
Sektorale Strategie: Mischung aus Zyklikern und strukturellen Positionen
Auf Sektorebene favorisiert die UBS eine ausgewogene Strategie. Die Bank setzt auf eine Mischung aus zyklischen Titeln wie unternehmensfreier Konsum (Consumer Discretionary) und Banken sowie strukturellen Positionen in der Industrie und im Gesundheitswesen. Ergänzt wird dies durch gezielte Allokationen in die Bereiche Künstliche Intelligenz, Energieversorgung, Rohstoffe und Langlebigkeit.
Für Anleger bedeutet dies: Die UBS sieht weiterhin Kurspotenzial an den globalen Aktienmärkten, auch wenn die Phase niedriger Zinsen und extrem günstiger Finanzierungsbedingungen endgültig vorbei sein dürfte. Entscheidend sei, dass die Gewinnentwicklung robust bleibt und strukturelle Trends wie die Digitalisierung und der KI-Boom intakt sind.
