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KI-Disruption bedroht Software-Investments der Private-Equity-Branche

Die Private-Equity- und Private-Credit-Branche steht vor einer Bewährungsprobe: Künstliche Intelligenz könnte das Geschäftsmodell zahlreicher Software-Unternehmen fundamental erschüttern. Besonders brisant: Fast ein Fünftel aller Private-Credit-Kredite im

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KI-Disruption bedroht Software-Investments der Private-Equity-Branche

Private Investoren haben in den vergangenen Jahren massiv auf Software-Unternehmen gesetzt. Die Rechnung schien einfach: Wiederkehrende Abonnement-Einnahmen galten als planbar und kreditwürdig. Doch mit dem rasanten Aufstieg generativer KI gerät diese Annahme ins Wanken.

Massive Konzentration im Softwaresektor

Die Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Abhängigkeit: Laut PitchBook waren Ende 2024 fast 9 Prozent aller von Private-Equity-Gesellschaften finanzierten Unternehmen im Softwarebereich tätig. Noch drastischer zeigt sich die Situation im Private-Credit-Segment: Die Ratingagentur KBRA klassifiziert etwa 17 Prozent aller Kreditnehmer als Softwareunternehmen. Dies entspricht rund 22 Prozent des gesamten Schuldenvolumens von über einer Billion Dollar in diesem Sektor.

Das Ende der vorhersehbaren Umsätze?

Die Attraktivität von Software-as-a-Service-Unternehmen lag bisher in ihrer Planbarkeit. Abonnement-Modelle generierten wiederkehrende Einnahmen, die sich hervorragend für Fremdkapitalfinanzierung eigneten. Kreditgeber benötigen langfristige Sicherheit für die Rückzahlung ihrer Darlehen – Software-Unternehmen schienen diese zu bieten.

Doch künstliche Intelligenz könnte dieses Modell aushebeln. Wenn günstigere und leistungsfähigere KI-Tools etablierte Software-Lösungen ersetzen, könnten Kunden ihre Abonnements kündigen oder zumindest Preissenkungen durchsetzen. Die Kernannahme vorhersehbarer Cashflows würde damit hinfällig.

Anthropic-Ankündigung als Warnsignal

Als Anthropic Anfang dieser Woche ein KI-Tool für Rechtsdienstleistungen vorstellte, löste dies Schockwellen an den Privatmärkten aus. Die Ankündigung wirkte wie ein Brandbeschleuniger in einem bereits angespannten Marktumfeld. Investoren befürchten nun, dass ganze Kategorien von Spezialsoftware durch KI-Lösungen obsolet werden könnten.

Verschärft wird die Situation durch die begrenzte Transparenz privater Märkte. Anders als börsennotierte Unternehmen müssen Private-Equity-Beteiligungen ihre Geschäftszahlen nicht regelmäßig offenlegen. In Krisenzeiten führt dies zu Unsicherheit und Panikverkäufen.

Asset-Manager unter Rechtfertigungsdruck

Die aktuellen Ergebnisberichte großer Asset-Manager wie Blue Owl Capital, KKR, Ares Capital, Golub Capital BDC und Oaktree Specialty Lending standen daher ganz im Zeichen der KI-Frage. Die Unternehmen mussten erläutern, warum ihre Software-Portfolios vor Disruption geschützt sein sollen – oder sogar von KI profitieren könnten.

Hebelwirkung wird zum Bumerang

Besonders prekär: Private-Equity-Gesellschaften haben Software-Unternehmen häufig stark mit Fremdkapital gehebelt, um die Eigenkapitalrendite zu steigern. Was in stabilen Zeiten die Gewinne maximierte, könnte sich nun als Risiko erweisen. Brechen die Umsätze ein, geraten hochverschuldete Unternehmen schnell in Schieflage.

Kreditfonds, die in den vergangenen Jahren massive Mittelzuflüsse verzeichneten, stehen nun vor der Herausforderung, ihre Portfolios neu zu bewerten. Die Frage lautet nicht mehr nur, ob ein Unternehmen aktuell profitabel ist, sondern ob sein Geschäftsmodell in einer KI-dominierten Zukunft noch Bestand haben wird.

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