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Kanadas Wirtschaft schrumpft im Q4 2025 stärker als erwartet

Lagerabbau der Unternehmen belastet Kanadas BIP – Rückgang fällt mit 0,6 Prozent deutlich schlimmer aus als prognostiziert.

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Kanadas Wirtschaft schrumpft im Q4 2025 stärker als erwartet

Kanadas Wirtschaft ist im vierten Quartal 2025 mit einer annualisierten Rate von 0,6 Prozent geschrumpft. Analysten hatten lediglich einen Rückgang von 0,2 Prozent erwartet. Die am Freitag von Statistics Canada veröffentlichten Daten zeigen, dass ein massiver Lagerabbau der Unternehmen die Hauptbremse für das Wachstum darstellte.

Der Rückgang folgte auf eine Expansion von 0,6 Prozent im dritten Quartal und markiert das Ende eines volatilen Wirtschaftsjahres. Während Unternehmen außerhalb der Landwirtschaft ihre Lagerbestände drastisch reduzierten, federten robuste Konsumausgaben der privaten Haushalte und höhere staatliche Kapitalinvestitionen den Einbruch teilweise ab.

Der verarbeitende Sektor erwies sich als erheblicher Belastungsfaktor und schrumpfte im vierten Quartal um 1,5 Prozent. Auf Jahressicht summierte sich das Minus auf 2,6 Prozent – US-Importzölle behinderten insbesondere den Export von Primärmetallen und Metallerzeugnissen.

Dezember bringt Hoffnungsschimmer

Trotz des schwachen Quartals stieg das reale BIP im Dezember um 0,2 Prozent. Eine Erholung im Maschinenbau und im Großhandel nach vorangegangenen Halbleiterengpässen trieb diese positive Dynamik zum Jahresende an.

Die staatlichen Investitionen bildeten eine wichtige Stütze: Die Ausgaben für Waffensysteme stiegen im Jahresvergleich um 45,9 Prozent. Es ist bereits das dritte Jahr in Folge, in dem der öffentliche Sektor einen größeren Wachstumsbeitrag leistete als private Unternehmensinvestitionen.

Der private Konsum blieb ein Stabilitätsanker und legte im Gesamtjahr 2025 um 2,3 Prozent zu. Zuwächse konzentrierten sich auf Dienstleistungen wie Mieten und Finanzprodukte, während hohe Zinssätze die Nachfrage nach Fahrzeugen und Konsumgütern dämpften.

Lohnwachstum auf niedrigstem Stand seit 2016

Die Arbeitnehmerentgelte stiegen im vierten Quartal um 0,5 Prozent, gestützt durch Nachzahlungen an die kanadischen Streitkräfte und Gehaltserhöhungen im öffentlichen Dienst. Das jährliche Lohnwachstum von 3,9 Prozent ist jedoch das langsamste seit 2016 – das Pandemiejahr 2020 ausgenommen.

Die Sparquote der privaten Haushalte sank im letzten Quartal auf 4,4 Prozent, da das Ausgabenwachstum das verfügbare Einkommensplus übertraf. Vier Zinssenkungen der Bank of Canada reduzierten die Zinszahlungen der Haushalte um 4,4 Prozent und milderten so den finanziellen Druck.

Der Sektor Bergbau sowie Öl- und Gasförderung erwies sich als primärer Wachstumsmotor des Jahres 2025 mit einem Plus von 4,0 Prozent. Ölsandförderung und der Abbau nichtmetallischer Mineralien trugen maßgeblich zu dieser Stärke bei. Auch das Baugewerbe kehrte erstmals seit 2022 zum Wachstum zurück.

Für das Gesamtjahr 2025 verzeichnet Kanadas reales BIP ein Plus von 1,7 Prozent – das langsamste Jahrestempo seit der Rezession 2020. Pro Kopf blieb die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal unverändert, was die Schwierigkeit verdeutlicht, den Lebensstandard bei abkühlender Industrieaktivität zu halten. Erste Schätzungen für Januar 2026 deuten darauf hin, dass die Wirtschaft zu Jahresbeginn im Wesentlichen stagnierte.

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