Kanadas BIP schrumpft im Q4 überraschend um 0,6 Prozent
Die kanadische Wirtschaft enttäuschte im Schlussquartal 2024 mit einem unerwarteten Rückgang.

Kanadas Bruttoinlandsprodukt ist im vierten Quartal 2024 überraschend geschrumpft. Wie Statistics Canada mitteilte, fiel das BIP auf annualisierter Basis um 0,6 Prozent – nach einem revidierten Anstieg von 2,4 Prozent im Vorquartal. Ökonomen hatten lediglich eine Stagnation erwartet, kein Minus.
Für das Gesamtjahr 2024 ergibt sich damit ein Wachstum von 1,7 Prozent. Das ist laut StatsCan das schwächste jährliche Wachstum seit dem Einbruch im Pandemiejahr 2020. Kanada steht damit im internationalen Vergleich unter Druck, zumal die Wirtschaft auch mit den Auswirkungen der US-Handelspolitik zu kämpfen hat.
Lagerabbau belastet die Konjunktur
Trotz positiver Impulse aus mehreren Bereichen reichte die Dynamik nicht aus. Exporte, Haushaltsausgaben und staatliche Investitionen stützten zwar das Wachstum, konnten den deutlichen Rückgang durch den massiven Lagerabbau jedoch nicht kompensieren. Dieser Lagereffekt gilt als Haupttreiber des unerwarteten Rückgangs im Schlussquartal.
Für deutsche Anleger und Beobachter ist Kanada als rohstoffreiche Volkswirtschaft und enger Handelspartner der USA von Bedeutung. Ein schwächelndes kanadisches BIP kann Signalwirkung für die globale Konjunkturentwicklung haben, insbesondere in Bezug auf Rohstoffnachfrage und Nordamerikas wirtschaftliche Stärke insgesamt.
