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Kanadas Premier Carney rückt Mehrheit näher: Oppositionsabgeordneter wechselt zu Liberalen

Parlamentarische Mehrheit in Reichweite - Carney will effektiver gegen US-Zölle vorgehen können.

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Kanadas Premier Carney rückt Mehrheit näher: Oppositionsabgeordneter wechselt zu Liberalen

Der kanadische Premierminister Mark Carney kommt seinem Ziel einer parlamentarischen Mehrheit einen entscheidenden Schritt näher. Am Mittwoch wechselte der konservative Abgeordnete Matt Jeneroux aus der westkanadischen Provinz Alberta zu den regierenden Liberalen. Mit diesem Übertritt verfügt Carneys Partei nun über 169 der 343 Sitze im Unterhaus - nur noch drei Mandate fehlen zur absoluten Mehrheit.

Der Parteiwechsel erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender wirtschaftlicher Spannungen mit den USA. Carney hatte wiederholt betont, dass er eine stabile Mehrheit benötige, um effektiver auf die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump reagieren zu können. Seit der Wahl im April 2025 regieren die Liberalen als Minderheitsregierung und sind bei wichtigen Gesetzesvorhaben wie dem Haushalt auf Stimmen der Opposition angewiesen.

"Die Welt hat sich verändert, und Kanada muss sich mit ihr verändern. Dies ist eine Zeit des Zusammenhalts", schrieb Carney auf der Plattform X. Jeneroux begründete seinen Schritt mit dem Wunsch, den "beispiellosen Druck" auf Kanadas Wohlstand und Souveränität bewältigen zu helfen.

Nachwahlen entscheiden über Mehrheit

Drei Parlamentssitze sind derzeit vakant, die zuvor von Liberalen gehalten wurden. Carney muss nun formell Nachwahlen ansetzen, um diese Mandate neu zu besetzen. Zwei davon gelten als sichere liberale Hochburgen, doch der dritte Sitz in einem Vorort von Montreal dürfte laut Umfragen hart umkämpft sein. Gewinnen die Liberalen alle drei Sitze, hätte Carney die Kontrolle über die Kammer und könnte bis April 2029 im Amt bleiben.

Der Übertritt ist bereits der dritte von den Konservativen zu den Liberalen in den vergangenen Monaten. Dies erhöht den Druck auf Oppositionsführer Pierre Poilievre erheblich. Der konservative Parteichef hatte im vergangenen Monat zwar eine Vertrauensabstimmung überstanden, nachdem er einen komfortablen Vorsprung verspielt und die Wahl verloren hatte.

Poilievre wirft Carney "schmutzige Deals" vor

Poilievre reagierte scharf auf den Parteiwechsel und warf Carney vor, durch "schmutzige Hinterzimmer-Deals" eine Mehrheitsregierung erzwingen zu wollen, gegen die die Kanadier bei der letzten Wahl gestimmt hätten. Jeneroux bezeichnete er als Verräter. Die Konservativen sehen in den Übertritten einen Versuch, den Wählerwillen zu unterlaufen.

Für die kanadische Wirtschaft könnte eine stabile Mehrheitsregierung in der aktuellen Situation durchaus Vorteile bringen. Mit klaren Mehrheitsverhältnissen könnte Ottawa schneller auf mögliche US-Zölle reagieren und wirtschaftspolitische Maßnahmen zügiger umsetzen. Die Finanzmärkte beobachten die politische Entwicklung in Ottawa aufmerksam, da Handelsstreitigkeiten mit den USA erhebliche Auswirkungen auf die kanadische Wirtschaft haben könnten.

Mark CarneyKanada PolitikLiberale Partei KanadaKanadisches ParlamentPierre Poilievre

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