Kanadas Haushaltsdefizit steigt in neun Monaten auf 26 Milliarden Dollar
Steigende Staatsausgaben belasten Kanadas Staatsfinanzen im laufenden Geschäftsjahr deutlich stärker als im Vorjahr.

Kanada hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 ein Haushaltsdefizit von 26,14 Milliarden Kanadischen Dollar (umgerechnet rund 19,15 Milliarden US-Dollar) angehäuft. Das teilte das kanadische Finanzministerium am Freitag in Ottawa mit. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem das Defizit noch bei 21,72 Milliarden Kanadischen Dollar lag, bedeutet dies eine deutliche Verschlechterung der Haushaltslage.
Hauptursache für das wachsende Defizit ist das Ungleichgewicht zwischen Ausgaben und Einnahmen. Die Programmausgaben legten um 3,5 Prozent zu – mit Zuwächsen quer durch alle wichtigen Ausgabenkategorien. Die Einnahmen stiegen zwar ebenfalls, jedoch mit einem Plus von lediglich 2,2 Prozent deutlich langsamer.
Zölle und Steuern treiben Einnahmen an
Bei den Einnahmen verzeichnete Kanada insbesondere höhere Erträge aus Zöllen sowie aus der Körperschaft- und Einkommensteuer. Dies dürfte auch im Zusammenhang mit den verschärften Handelsstreitigkeiten mit den USA stehen, die zuletzt zu veränderten Zollströmen geführt haben. Für deutsche Anleger und Exporteure ist diese Entwicklung relevant, da Kanada ein bedeutender Handelspartner innerhalb der G7-Staaten ist.
Positiv zu vermerken ist, dass die Zinslast für die Staatsverschuldung leicht um 0,6 Prozent sank. Das Finanzministerium führt dies auf niedrigere Zinssätze bei Schatzanweisungen sowie auf Währungsswap-Geschäfte und andere Verbindlichkeiten zurück. Angesichts des globalen Zinsumfelds ist dies ein kleiner Lichtblick für den kanadischen Haushalt.
Dezember mit kleinem Überschuss
Auf monatlicher Basis zeigte sich im Dezember ein etwas freundlicheres Bild: Kanada erzielte einen Überschuss von 245 Millionen Kanadischen Dollar. Allerdings ist dieser Wert deutlich niedriger als der Überschuss von rund einer Milliarde Kanadischen Dollar, den das Land im Dezember des Vorjahres erwirtschaftet hatte. Dies unterstreicht den anhaltenden Druck auf die öffentlichen Finanzen.
Für das laufende Geschäftsjahr bleibt die Haushaltslage damit angespannt. Die kanadische Regierung steht vor der Herausforderung, die Ausgabendynamik zu bremsen, ohne das Wirtschaftswachstum zu gefährden – eine Abwägung, die auch viele andere westliche Industrienationen kennen.
