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Junge Deutsche wollen gründen – doch die Hürden sind hoch

40 Prozent der 14- bis 25-Jährigen interessieren sich für eine Firmengründung, aber nur drei Prozent setzen es um.

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Junge Deutsche wollen gründen – doch die Hürden sind hoch

Das Gründungsinteresse unter jungen Deutschen ist groß, die Umsetzung bleibt jedoch deutlich dahinter zurück. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Befragung der Bertelsmann Stiftung unter 14- bis 25-Jährigen. Demnach können sich 40 Prozent der Befragten vorstellen, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Tatsächlich realisiert haben diesen Schritt aber nur drei Prozent.

Fast jeder zehnte Jugendliche hat sogar die feste Absicht, sich bis zum 30. Geburtstag selbstständig zu machen. Auf der anderen Seite schließen 29 Prozent der Befragten eine Firmengründung für sich kategorisch aus. Die Autoren der Studie fordern daher, die Barrieren für Existenzgründer abzubauen.

Die größten Hürden für junge Gründer

Die Gründe für die Zurückhaltung sind vielfältig. Mit 61 Prozent gibt die Mehrheit der Befragten an, ein sicheres Angestelltenverhältnis zu bevorzugen. Fehlendes Wissen nennen 48 Prozent als Hindernis, während 39 Prozent den Stress einer Selbstständigkeit scheuen. Mehr als jedem Zehnten fehlt der passende Geschäftspartner, und neun Prozent trauen sich die eigenen Fähigkeiten nicht zu. Fehlendes Startkapital wird ebenfalls von neun Prozent als Grund genannt.

Trotz dieser Zahlen gibt es auch positive Signale. Der Global Entrepreneurship Monitor 2025/2026, aus dem die Bertelsmann Stiftung zitiert, zeigt einen deutlichen Aufwärtstrend. Demnach hat sich der Anteil der jungen Gründer im Alter von 18 bis 24 Jahren in den vergangenen Jahren fast verdoppelt. Lag ihr Anteil 2024 noch bei 13 Prozent, stieg er 2025 auf über 23 Prozent. Der Monitor wird vom RKW Kompetenzzentrum in Eschborn erstellt und vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert.

Ivo Andrade, Experte der Bertelsmann Stiftung für Jugend und Wirtschaft, bewertet die Entwicklung positiv: „Es ist gut, dass so viele junge Menschen Interesse daran zeigen, eine eigene Firma zu gründen. Neue Unternehmen bringen oft frische Geschäftsideen mit, sie schaffen Arbeitsplätze und stärken die Wettbewerbsfähigkeit. Gerade in der aktuell herausfordernden Situation kann die deutsche Wirtschaft solche Impulse dringend gebrauchen."

Für Privatanleger ist die Entwicklung doppelt interessant. Einerseits könnten mehr Start-ups langfristig neue Börsenkandidaten hervorbringen. Andererseits zeigt die Schere zwischen Wunsch und Wirklichkeit, dass Deutschland weiterhin an einer stärkeren Gründungskultur arbeiten muss – ein Standortfaktor, der auch für die Kapitalmärkte relevant ist.

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