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The Salad Project: Vom Startup zur 33-Millionen-Pfund-Erfolgsgeschichte

Florian de Chezelles und James Dare bauten in nur vier Jahren ein Salat-Imperium in London auf.

4 Min
The Salad Project: Vom Startup zur 33-Millionen-Pfund-Erfolgsgeschichte

Zwei junge Gründer haben in London mit einer simplen Idee einen bemerkenswerten Erfolg hingelegt: The Salad Project, ein auf Salate und Protein-Bowls spezialisiertes Unternehmen, steuert in diesem Jahr auf einen Umsatz von 33 Millionen Pfund zu. Gegründet im Frühjahr 2021 von den Hospitality-Absolventen Florian de Chezelles und James Dare, beide heute 32 Jahre alt, ist die Kette inzwischen auf 16 Standorte in der britischen Hauptstadt angewachsen.

Der Umsatzsprung ist beeindruckend: Von 230.000 Pfund im Jahr 2021 (Mai bis September) auf 18,5 Millionen Pfund im Jahr 2025. Für das laufende Jahr sind 33 Millionen Pfund prognostiziert. Mehr als 350 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen in London. 30 Prozent des Umsatzes entfallen auf den Lieferdienst Deliveroo, weitere 15 Prozent werden über die eigene App generiert.

Die Gründungsgeschichte in der Pandemie

Die Idee entstand, als James Dare während seiner Arbeit in New York gesunde Quick-Food-Produkte kennenlernte. Zurück in London fand er nichts Vergleichbares. Gemeinsam mit seinem besten Freund Florian de Chezelles, den er während des Studiums an der renommierten Ecole Hôtelière de Lausanne kennengelernt hatte, begann er, das Konzept zu entwickeln.

Sechs Monate lang trafen sich die beiden abends, um an ihrer Geschäftsidee zu arbeiten. Im November 2019 kündigten beide ihre Jobs. Die folgende Zeit nutzten sie für die Standortsuche: Rund 80 leerstehende Immobilien besichtigten sie, oft per Fahrrad durch London. Die Covid-Pandemie erwies sich dabei als unerwarteter Vorteil. „Wir unterzeichneten einen Mietvertrag für unsere Traumlocation in Spitalfields zu einer Zeit, in der niemand Mietverträge unterschreiben wollte", sagt de Chezelles. „Unter normalen Umständen wäre es nahezu unmöglich gewesen, jeden gewerblichen Vermieter davon zu überzeugen, an zwei unerfahrene 25-Jährige zu vermieten."

Die Finanzierung stemmten die Gründer mit einem persönlichen Startkredit von 25.000 Pfund von der Regierung, den de Chezelles innerhalb von fünf Jahren zurückzahlte, sowie 25.000 Pfund aus Dares Ersparnissen. Hinzu kamen 50.000 Pfund über das staatliche Bounce Back Loan Scheme, das bereits zurückgezahlt ist. Weitere 200.000 Pfund sammelten sie durch Freunde und Familie, die als Eigenkapital investierten und noch immer Anteile halten.

Zu den prominenten Investoren, die zuvor Kunden waren, gehören Will Shu, Gründer von Deliveroo, und Nick Jones, Gründer von Soho House.

Qualität und Konsistenz als Erfolgsrezept

„Wir sind wirklich nur so gut wie der letzte Salat, den wir gemacht haben", bringt de Chezelles das Credo des Unternehmens auf den Punkt. Der Signature-Salat „The Goat" mit Ziegenkäse, Honig-Senf-Hähnchen und gerösteten Walnüssen in Ahornsirup kostet 12,95 Pfund. Wenn de Chezelles in London ist, isst er bis zu zwölf Mal pro Woche bei Salad Project, um Präsentation und Qualität zu überprüfen.

Die Gründer verstanden früh, dass sie als Nicht-Köche einen kulinarischen Experten benötigten. Clementine Haxby, verantwortlich für die Lebensmittelproduktion, ist seit dem ersten Tag dabei. Alles wird in eigenen Küchen frisch zubereitet, jedes Restaurant hat einen Küchenmanager. Das Angebot bedient jeden Geschmack, von vegan über Kalorienzählen bis zur Proteinladung. Überschüssiges Essen wird über die Plattform Too Good to Go verkauft.

Expansion nach Europa

Noch in diesem Monat planen die Partner, eine Niederlassung in Paris zu eröffnen. Dies markiert den Beginn ihrer Expansion in europäische Hauptstädte. De Chezelles, gebürtig aus Lyon, lebt mit seiner brasilianischen Ehefrau Bianca und zwei Töchtern in Paris.

Der Gründer selbst hat einen ungewöhnlichen Werdegang: Mit sieben Jahren kam er auf ein Internat in Yorkshire, ohne ein Wort Englisch zu sprechen. Nach dem Studium in Lausanne arbeitete er als Vertriebsleiter im Waldorf Hotel in London, bevor er sich mit Dare selbstständig machte. Seine unternehmerische Denkweise bewies er bereits an der Universität, wo er eine Organisation für Studentenpartys leitete und ein Team von 80 Studenten für mehr als 100 Veranstaltungen pro Jahr führte.

Lehren aus finanziellen Fehlern

De Chezelles gibt offen zu, als Teenager „schrecklich im Umgang mit Geld" gewesen zu sein. Eine Reihe von Parkstrafen in der Schweiz brachte ihn in eine Verschuldung von 8.000 Schweizer Franken (damals etwa 5.500 Pfund). „Ich war 21 und musste einen Ausweg finden", erinnert er sich. Durch lange Arbeitsstunden in Restaurants und bei privaten Events in Lausanne tilgte er die Schulden.

Heute ist er vorsichtig mit Finanzen. Gemeinsam mit seiner Frau setzt er sich einmal im Monat zusammen, um Ausgaben zu prüfen und zu budgetieren. Er hat mehrere digitale Spar-Töpfe für besondere Ausgaben wie den Geburtstag seiner Frau oder Weihnachtsgeschenke. Seit 2019 hat er dieselbe Firmen-Rentenversicherung wie alle Angestellten.

Sein Rat an heutige Startups: „Ignorieren Sie das wirtschaftliche Klima. Wenn Sie eine gute Idee haben, gehen Sie darauf ein. Es wird immer Widrigkeiten geben. Wenn Sie Herz und Seele in ein Vorhaben investieren und unermüdlich arbeiten, können Sie gegen den Strom schwimmen und überleben."

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