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Immobilienkauf trotz hoher Preise: Kompromisse machen es möglich

Ein junges Paar zeigt, wie der Einstieg ins Eigenheim auch in schwierigen Zeiten gelingen kann.

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Immobilienkauf trotz hoher Preise: Kompromisse machen es möglich

Der Traum von den eigenen vier Wänden scheint für viele junge Menschen in weite Ferne gerückt. Die Hypothekenzinsen klettern wieder in Richtung sieben Prozent, die Immobilienpreise liegen im Vergleich zu den mittleren Einkommen auf Rekordniveau, und zusätzlich belasten Studienkredite sowie die Inflation die Budgets. Es handelt sich um einen der unerschwinglichsten Wohnungsmärkte seit Jahrzehnten. Doch ein Beispiel aus den USA zeigt: Ganz unmöglich ist der Immobilienerwerb nicht – man muss nur bereit sein, Kompromisse einzugehen.

Daniel und Jackson Duran-Pincus, ein Paar Mitte zwanzig, haben genau das getan. Zunächst mieteten sie in Seattle, einer der teuersten Städte an der US-Westküste. Der Wunsch, selbst Eigentümer zu werden, war groß, doch die Preise in Seattle waren für sie unerschwinglich. Also weiteten sie ihren Suchradius aus und wurden in Bremerton fündig, einer industriell geprägten Stadt mit starker Navy-Präsenz auf der anderen Seite des Wassers gegenüber Seattle.

Der Preisunterschied als entscheidender Faktor

In Bremerton beträgt der mittlere Verkaufspreis für ein Einfamilienhaus etwas mehr als die Hälfte dessen, was in Seattle verlangt wird. Das machte den entscheidenden Unterschied. Im Jahr 2023 erwarb das Paar ein Einfamilienhaus mit einem Schlafzimmer und einem Badezimmer für knapp unter 270.000 US-Dollar. Ihre monatliche Hypothekenrate liegt nun ungefähr auf dem Niveau ihrer vorherigen Mietzahlung – allerdings bei halb so großer Wohnfläche.

Die Kompromisse sind offensichtlich: Das Viertel in Bremerton hat nicht den Glanz von Seattle. Die Gehwege sind übersät mit aggressiven Eichhörnchen und faulenden Äpfeln, die lokale Pizzeria ist ein Pizza Hut, und das Verhältnis von Tabakwarenhandlungen zu Cafés beträgt schätzungsweise zehn zu eins. Dennoch gelang es dem Paar, im Alter von Mitte zwanzig Hauseigentümer zu werden – ein Meilenstein, der in vielen Großstädten heute kaum noch erreichbar scheint.

Lehren für den deutschen Markt

Auch in Deutschland stehen junge Käufer vor ähnlichen Herausforderungen. Die Immobilienpreise in Ballungszentren wie München, Frankfurt oder Hamburg sind in den vergangenen Jahren massiv gestiegen, während die Finanzierungskosten durch gestiegene Zinsen ebenfalls zugenommen haben. Die Geschichte des Paares aus Washington zeigt, dass der Schritt ins Eigenheim oft eine Verlagerung des Fokus erfordert: Weg von der Traumlage, hin zu bezahlbaren Alternativen im weiteren Umland.

Der Verzicht auf Quadratmeter, die Akzeptanz einer weniger angesagten Nachbarschaft und die Bereitschaft, kleinere Wohneinheiten zu kaufen, können den entscheidenden Unterschied ausmachen. Die Hypothekenrate des Paares liegt auf dem Niveau der früheren Miete – ein klares Signal, dass Eigentum nicht zwangsläufig teurer sein muss als Mieten, wenn die Erwartungen angepasst werden.

Fazit: Realistische Erwartungen statt Resignation

Der Fall von Daniel und Jackson Duran-Pincus ist kein Einzelfall, sondern steht exemplarisch für eine wachsende Zahl junger Käufer, die bereit sind, Abstriche zu machen. Der Wohnungsmarkt mag einer der unerschwinglichsten seit Jahrzehnten sein, aber er ist nicht völlig verschlossen. Wer den Mut hat, seine Ansprüche zu überdenken und auch weniger attraktive Lagen in Betracht zu ziehen, kann sich den Traum vom Eigenheim durchaus erfüllen.

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