ANZEIGE

Heizkosten 2026: Heizöl wird teurer, Erdgas günstiger

Heizöl und Pellets werden teurer, Erdgas sinkt leicht – die neue Prognose von co2online im Überblick.

3 Min
Heizkosten 2026: Heizöl wird teurer, Erdgas günstiger

Haushalte in Deutschland müssen sich im laufenden Jahr auf erneut steigende Heizkosten einstellen. Die Beratungsgesellschaft co2online hat ihre aktuelle Heizkostenprognose für 2026 vorgelegt – mit teils deutlichen Unterschieden zwischen den einzelnen Heizarten. Besonders Heizöl und Holzpellets werden demnach spürbar teurer, während Erdgas leicht günstiger wird.

Die Experten haben die erwarteten Kosten für eine 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus durchgerechnet. Das Ergebnis zeigt eine klare Spreizung: Während Heizöl um 24 Prozent auf 1.275 Euro im Jahr steigt, legen Holzpellets um 17 Prozent auf 870 Euro zu. Als Hauptgrund für den Pellet-Anstieg nennt co2online die anhaltende Knappheit der Rohstoffe infolge einer schwachen Baukonjunktur.

Erdgas wird günstiger – aber nur vorübergehend

Eine positive Nachricht gibt es für Gaskunden: Die Prognose erwartet einen Rückgang um vier Prozent auf 1.120 Euro. "Durch geringe Beschaffungskosten zum Jahresbeginn und den Wegfall der Gasspeicherumlage könnten die Heizkosten im Jahresdurchschnitt leicht sinken", so die Begründung der Gesellschaft.

Allerdings ist die Entlastung womöglich nur von kurzer Dauer. Ein Sprecher von co2online wies darauf hin, dass die zuletzt gestiegenen Großhandelspreise mit Verzögerung auf die Verbraucherpreise durchschlagen könnten. Dies könnte die Gaskosten Ende 2026 oder im Laufe des Jahres 2027 wieder ansteigen lassen. Für Anleger an den Energiemärkten ist dies ein wichtiger Indikator: Die Entwicklung der Gas-Großhandelspreise an Börsen wie dem niederländischen TTF-Hub beeinflusst direkt die Verbraucherkosten in Deutschland.

Fernwärme und Wärmepumpen mit moderaten Anstiegen

Bei den übrigen untersuchten Heizarten fallen die Veränderungen geringer aus. Für Fernwärme prognostizieren die Experten einen Anstieg um ein Prozent auf 1.310 Euro. Wärmepumpen verteuern sich um drei Prozent auf 735 Euro. Damit bleibt die Wärmepumpe in der Beispielrechnung die günstigste Heizoption – zumindest kurzfristig.

Langfristprognose: Fossile Heizungen werden zur Kostenfalle

Deutlich alarmierender fällt der Blick auf die langfristige Entwicklung aus. "Während einzelne Energiepreise von Jahr zu Jahr schwanken, zeigt die langfristige Entwicklung eine klare Richtung: Heizen mit fossilen Energien wird voraussichtlich immer teurer", betonen die Experten.

Eine Langfristberechnung für ein 130-Quadratmeter-Einfamilienhaus untermauert diese Einschätzung. Demnach könnten sich die Heizkosten für Gas- und Ölheizungen bis 2045 mehr als verdoppeln. Als Ursachen nennt die Gesellschaft steigende CO2-Kosten, höhere Netzentgelte sowie gesetzlich vorgeschriebene Beimischungen wie Biomethan, Wasserstoff oder Bio-Heizöl. Diese Entwicklung hat auch Implikationen für den Aktienmarkt: Unternehmen aus den Bereichen erneuerbare Energien, Wärmepumpen und Energieeffizienz könnten langfristig profitieren.

Bei Fernwärme und Holzpellets rechnet co2online in den nächsten 20 Jahren mit einem moderaten Anstieg. Tanja Loitz, Geschäftsführerin von co2online, fasst die Lage zusammen: "Fossiles Heizen ist langfristig teurer und bleibt mit größeren Kostenrisiken verbunden als das Heizen mit erneuerbaren Energien. Wer heute eine neue Heizung plant, sollte diese Entwicklung kennen, auch wenn der Einbau von reinen Gas- und Ölheizungen wieder erlaubt ist."

Sparpotenzial: 465 Euro pro Jahr sind drin

Trotz der steigenden Kosten gibt es auch gute Nachrichten für Verbraucher. Co2online betont, dass rund 90 Prozent aller Haushalte noch über Sparpotenzial verfügen. Im Durchschnitt ließen sich in einer Wohnung rund 465 Euro pro Jahr einsparen.

Schon einfache Verhaltensänderungen wie richtiges Heizen und Lüften oder ein geringerer Warmwasserverbrauch könnten den Energieverbrauch um bis zu zehn Prozent senken. "Noch größere Einsparungen ermöglichen Heizungsoptimierungen, Dämmmaßnahmen oder der Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme", so die Experten. Für Immobilienbesitzer lohnt sich daher ein genauer Blick auf Fördermöglichkeiten – sowohl aus Kostensicht als auch mit Blick auf den Werterhalt der Immobilie.

Heizkosten 2026Co2Online HeizspiegelHeizöl PreisErdgas KostenWärmepumpe HeizkostenEnergiepreise DeutschlandFossile Heizungen

Meistgelesene News

  1. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  2. Jugendarbeitslosigkeit in China steigt im August auf 18,9 Prozent
  3. BlackRock-Strategin warnt: Fed-Zinsentscheidung ist nicht die entscheidende Frage
  4. Frankfurter Erbpacht-Schock: 1.900 Prozent mehr für Hausbesitzer
  5. Iran-Kriegsende droht: Insider kaufen trotz Ölpreis-Risiko Energieaktien

Disclaimer