Mali zwingt Resolute Mining zu deutlicher Senkung der Syama-Prognose
Goldproduktion in Mali bricht ein – Resolute senkt Jahresziel um ein Viertel.

Der australische Goldproduzent Resolute Mining (ASX, LON: RSG) hat die Produktionsprognose für seine Goldmine Syama in Mali drastisch nach unten korrigiert. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, erwartet es für das Gesamtjahr 2026 nun nur noch 150.000 bis 160.000 Unzen Gold aus Syama – ein Rückgang um rund ein Viertel gegenüber der vorherigen Guidance von 195.000 bis 210.000 Unzen. Grund sind anhaltende Versorgungsunterbrechungen und bergbauliche Einschränkungen, die den Zugang zu erzhaltigerem Gestein behindern.
Auch die all-in sustaining costs (AISC) steigen deutlich: Statt der ursprünglich veranschlagten 1.950 bis 2.150 Dollar pro Unze rechnet Resolute nun mit Kosten von 2.300 bis 2.400 Dollar pro Unze. Die operative Entwicklung in Mali habe sich trotz aller Bemühungen negativ auf die Produktion ausgewirkt, erklärte CEO Chris Eger. Die Probleme bei Syama drücken auch die Konzernguidance von Resolute auf 205.000 bis 225.000 Unzen bei einem AISC von 2.250 bis 2.350 Dollar pro Unze. Zuvor hatte das Unternehmen 250.000 bis 275.000 Unzen bei 2.000 bis 2.200 Dollar pro Unze in Aussicht gestellt.
Die Details
Die Produktion bei Syama liegt seit dem zweiten Quartal unter den Erwartungen. Verzögerungen beim Transport kritischer Lieferungen, Verbrauchsmaterialien und Bergbaumaschinen durch Mali haben sowohl den Untertage- als auch den Tagebau sowie die Verarbeitung von Sulfiden gestört. Besonders betroffen war der Untertagebau: Unterbrochene Sprengstofflieferungen während der Regenzeit schränkten die Arbeiten ein. Die geringe Verfügbarkeit von Emulsionssprengstoffen zwang das Unternehmen, wo möglich auf Ammoniumnitrat-Benzol-Gemische auszuweichen. Feuchte Bedingungen verzögerten zudem die Entwicklung und Förderung aus neuen Abbauöffnungen.
Auch der Tagebau am Standort A21 verlief langsamer als geplant, wodurch sich der Zugang zu erzhaltigerem Gestein verschob. Resolute hat inzwischen den Bergbauauftragnehmer gewechselt und unterstützt ein beschleunigtes Mobilisierungsprogramm, das die Produktivität steigern und den Zugang zu geplanten Erzquellen wiederherstellen soll.
Die Probleme trafen Juli und August besonders hart: Syama produzierte in diesen beiden Monaten insgesamt lediglich 15.500 Unzen Gold. Für September erwartet das Unternehmen einen Anstieg auf rund 15.000 Unzen, womit die Produktion im dritten Quartal auf etwa 31.000 Unzen käme. "Die Probleme sind identifiziert und Korrekturmaßnahmen werden sowohl im Untertagebau, im Tagebau als auch im Bereich der Sulfidverarbeitung eingeleitet", sagte CEO Eger. "Ermutigend ist, dass sich die operative Leistung seit Juli verbessert und wir trotz der anhaltenden Herausforderungen in Mali beginnen, unser Betriebsbudget zu erreichen."
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 5. Juni 2026 berichtete aktien.news, dass Resolute Mining für das zweite Quartal in Syama nur noch eine Produktion von 30.000 Unzen erwartete – ein erheblicher Rückgang gegenüber den ursprünglich angepeilten 40.000 bis 45.000 Unzen. Grund waren damals bereits erhebliche Sicherheitsherausforderungen, die Ende April begannen und Logistik- und Lieferkettenunterbrechungen zur Folge hatten.
Am 25. Juli 2026 wurde zudem bekannt, dass die industrielle Goldproduktion Malis laut einem Plan des Bergbauministeriums bis zum Jahr 2029 jährlich unter 60 Tonnen bleiben wird. Hintergrund sind ein überarbeitetes Bergbaugesetz aus dem Jahr 2023, das die staatliche Kontrolle über den Sektor deutlich verschärft hat, sowie Streitigkeiten zwischen dem Staat und Bergbauunternehmen. Eine staatliche Prüfung ergab Nachzahlungsforderungen in Höhe von 761 Milliarden CFA-Francs – umgerechnet rund 1,2 Milliarden Dollar.
Positiv zu vermerken ist, dass Resolute Mining am 22. Juli 2026 eine deutliche Erweiterung der Mineralressourcenschätzung für das ABC-Projekt in der Elfenbeinküste auf über 3 Millionen Unzen Gold bekanntgab. Das Projekt befindet sich zu 100 Prozent im Eigenbesitz des Unternehmens.
Was das für Anleger bedeutet
Die erneute Produktionskürzung bei Syama zeigt, dass die operativen Risiken in Mali für Bergbauunternehmen weiterhin hoch sind. Die Abhängigkeit von externen Lieferketten und die schwierige Sicherheitslage setzen Resolute unter Druck. Positiv ist, dass die Produktion in der Mine Mako im Senegal planmäßig verläuft und der Bau von Doropo in der Elfenbeinküste im Zeitplan und innerhalb des Budgets liegt. Zudem baut Resolute eine eigene Emulsionsanlage vor Ort, um die Abhängigkeit von Sprengstofflieferungen zu reduzieren. Anleger sollten jedoch die weitere Entwicklung in Mali genau beobachten, da die Erholung teilweise von Faktoren abhängt, die außerhalb der Kontrolle des Unternehmens liegen.
Ausblick
Resolute erwartet, dass sich die Erholung im vierten Quartal fortsetzt, und prognostiziert eine Produktion von 45.000 bis 50.000 Unzen. Die eigene Emulsionsanlage vor Ort soll im November in Betrieb gehen, um die Abhängigkeit von Unterbrechungen in der Sprengstoffversorgung zu reduzieren. Zusätzliche Ausrüstung für den neuen Bergbauauftragnehmer soll im September und Oktober eintreffen. Das Management erwartet, dass die bereits bei Syama implementierten Maßnahmen die Produktionsziele für das vierte Quartal unterstützen – sofern sich die externen Einschränkungen weiterhin lockern. Stabile Operationen erforderten mehr Sicherheit bezüglich der Bewegung und Verfügbarkeit von Bergbauprodukten, Geräten und Ressourcen der Auftragnehmer innerhalb Malis.
Kurz erklärt
- All-in sustaining costs (AISC): Eine betriebswirtschaftliche Kennzahl im Bergbau, die alle laufenden Kosten für den Betrieb einer Mine sowie Investitionen in die Instandhaltung umfasst.
- Guidance: Die von einem Unternehmen veröffentlichte Prognose für zukünftige Geschäftszahlen wie Produktion, Umsatz oder Kosten, an der der Markt die Performance misst.
- Emulsionssprengstoff: Ein wasserbasierter Sprengstoff, der im Bergbau eingesetzt wird und eine hohe Sicherheit sowie gute Zündeigenschaften bietet.
