Goldpreise steigen durch Unsicherheiten und neue Positionierungen
Trumps Handelspolitik und Zinsperspektiven prägen die Aussichten für 2025

Die Goldpreise stiegen am Donnerstag, unterstützt durch Schwankungen an den Aktienmärkten und neue Positionierungen, während der Ausblick der US-Notenbank Federal Reserve auf die Zinspolitik weiterhin im Fokus stand. Die bevorstehenden Handelstarife des designierten US-Präsidenten Donald Trump könnten ebenfalls eine Rolle spielen. Spot-Gold legte um 0,7 % auf 2.641,64 US-Dollar pro Unze zu, während die US-Gold-Futures um 0,5 % auf 2.654,30 US-Dollar anstiegen.
Experten wie Ole Hansen, Leiter der Rohstoffstrategie bei Saxo Bank, sehen politische und wirtschaftliche Risiken, die Nachfrage von Zentralbanken, die sich vom US-Dollar abwenden, sowie Anleger, die einen Schutz vor fiskalischer Instabilität suchen, als treibende Kräfte hinter einem möglichen weiteren Anstieg der Goldpreise. Hansen prognostiziert, dass der Goldpreis im Jahr 2025 ein Ziel von 3.000 US-Dollar pro Unze erreichen könnte.
Im Jahr 2024 hatte die Zinssenkungspolitik der Federal Reserve, umfangreiche Käufe durch Zentralbanken und wachsende geopolitische Spannungen den Goldpreis auf mehrere Rekordhöhen getrieben. Dies führte zu einem Jahresanstieg von 27 %, dem größten seit 2010. Laut Hansen werden die Märkte in den kommenden Wochen auf die Kapitalströme zu Beginn des neuen Jahres sowie auf Trumps Politik achten, von denen einige vermutlich goldfreundlich sein werden.
Die geplanten Handelstarife und protektionistischen Maßnahmen von Trump, der am 20. Januar sein Amt antreten wird, könnten inflationsfördernd wirken und potenziell Handelskriege auslösen. Dies könnte die Attraktivität von Gold als sicheren Hafen weiter erhöhen. Gleichzeitig bleibt die Inflation in den USA über dem Zielwert von 2 %, was darauf hindeutet, dass die Federal Reserve bei Zinssenkungen im Jahr 2025 vorsichtig vorgehen wird.
Neben Gold legte auch Silber deutlich zu und stieg um 1,8 % auf 29,38 US-Dollar pro Unze. Palladium verzeichnete hingegen einen leichten Rückgang um 0,2 % auf 908,48 US-Dollar, während Platin um 1,6 % auf 917,80 US-Dollar zulegte. Silber erreichte Ende 2024 seinen höchsten Stand seit 2020, während Platin und Palladium jährliche Verluste verzeichneten.
Die Investoren erwarten in der kommenden Woche eine Reihe von US-Wirtschaftsdaten, um die Zinsaussichten für 2025 besser einschätzen zu können. Hohe Zinssätze reduzieren die Nachfrage nach Gold, das keine Erträge abwirft, und könnten die Dynamik der aktuellen Entwicklung beeinflussen.
