Goldpreis steigt nach Trumps Eingriff in Fed
Entlassung von Gouverneurin Cook sorgt für Unsicherheit und treibt Anleger in sichere Häfen

Der Goldpreis ist auf ein Zwei-Wochen-Hoch gestiegen, nachdem US-Präsident Donald Trump die Entlassung von Federal-Reserve-Gouverneurin Lisa Cook angekündigt hat. Beobachter sehen in dem Schritt einen Eingriff in die Unabhängigkeit der Notenbank, der das Vertrauen in US-Vermögenswerte schwächt. Am Dienstag kletterte der Spotpreis für Gold um 0,4 Prozent auf 3.378,64 US-Dollar je Feinunze. Zuvor hatte er mit 3.386,27 Dollar den höchsten Stand seit dem 11. August erreicht. Die Dezember-Futures in den USA stiegen um 0,3 Prozent auf 3.426 Dollar.
Trump hatte am Montag den ungewöhnlichen Schritt unternommen, Cook wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten bei Hypothekenkrediten abzusetzen. Einige Investoren werten diesen Vorgang als Versuch, ein mehrheitlich lockeres Lager innerhalb des Federal-Reserve-Gremiums zu sichern. Analyst Carlo Alberto De Casa vom Bankhaus Swissquote erklärte, dieser Eingriff werfe grundlegende Fragen zur Unabhängigkeit der Notenbank auf und erhöhe die Unsicherheit an den Märkten, was wiederum die Nachfrage nach Gold ankurble.
Das Edelmetall profitiert traditionell in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit sowie bei niedrigen Zinsen, da es keine laufenden Erträge abwirft und dennoch als sicherer Hafen gilt. Die Bestände des weltgrößten goldgedeckten börsengehandelten Fonds, des SPDR Gold Trust, nahmen am Montag um 0,18 Prozent auf 958,49 Tonnen zu, nachdem sie am Freitag bei 956,77 Tonnen gelegen hatten.
Fed-Chef Jerome Powell hatte bereits am Freitag auf die Möglichkeit einer Zinssenkung im kommenden Monat hingewiesen. Er betonte dabei die wachsenden Risiken am Arbeitsmarkt, auch wenn die Inflation weiterhin eine Gefahr darstelle. Der Markt geht derzeit von einer Senkung um 25 Basispunkte im September aus. Eine größere Senkung könnte den Goldpreis zusätzlich stützen, wird von Analysten jedoch nicht erwartet.
Mit Spannung blicken die Investoren auf die Veröffentlichung neuer Inflationsdaten am Freitag, die weitere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank liefern sollen. Parallel dazu zeigten die Daten der Statistikbehörde in Hongkong, dass Chinas Nettoimporte von Gold über die Metropole im Juli im Vergleich zum Juni um 126,81 Prozent gestiegen sind.
Auch andere Edelmetalle verzeichneten am Dienstag leichte Bewegungen. Der Preis für Silber sank um 0,2 Prozent auf 38,47 Dollar je Feinunze. Platin gab ebenfalls um 0,2 Prozent auf 1.340,30 Dollar nach, während Palladium um 0,5 Prozent auf 1.091,25 Dollar zulegte.
