Goldpreis steigt nach schwachem US-Inflationsbericht
Zinssenkungserwartungen und schwächerer Dollar stützen das Edelmetall vor Trump-Putin-Treffen

Der Goldpreis hat am Mittwoch leicht zugelegt, gestützt von einem schwächeren US-Dollar nach verhaltenen Inflationsdaten aus den Vereinigten Staaten. Die Zahlen verstärkten die Erwartungen auf eine Zinssenkung der US-Notenbank im September. Anleger blicken zudem auf die für diese Woche geplanten Gespräche zwischen den USA und Russland über den Krieg in der Ukraine. Spotgold verteuerte sich bis 04.47 Uhr GMT um 0,2 Prozent auf 3.351,46 US-Dollar je Feinunze. Die US-Goldfutures für Dezember notierten unverändert bei 3.399,60 US-Dollar.
Laut Marktanalysten profitierte das Edelmetall vom Rückgang des Dollar-Kurses, der Goldkäufen in anderen Währungen entgegenkommt. Tim Waterer, Chefmarktanalyst bei KCM Trade, erklärte, der schwächere Greenback habe eine moderate Erholung des Goldpreises ermöglicht. Das Metall bewege sich aktuell um die Marke von 3.350 Dollar, während Marktteilnehmer die für Freitag geplante Begegnung zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin abwarten. Sollte das Treffen in Alaska keine Fortschritte bringen und der Krieg in der Ukraine andauern, könne der Goldpreis erneut in Richtung 3.400 Dollar steigen.
Die US-Regierung dämpfte am Dienstag die Erwartungen an ein schnelles Abkommen. Der Gipfel zwischen Trump und Putin sei vor allem als „Zuhörübung“ für den Präsidenten gedacht, hieß es aus dem Weißen Haus. Zuvor hatten am Dienstag veröffentlichte Daten gezeigt, dass der US-Verbraucherpreisindex (CPI) im Juli um 0,2 Prozent gestiegen ist, nach einem Zuwachs von 0,3 Prozent im Juni. Im Jahresvergleich erhöhte sich der CPI um 2,7 Prozent.
Der Dollar-Index setzte seine Verluste fort, was US-Dollar-notierte Vermögenswerte für Anleger aus dem Ausland günstiger macht. An den Finanzmärkten wird derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 90 Prozent eine Zinssenkung der Federal Reserve im September eingepreist. Zudem rechnen Marktteilnehmer mit mindestens einer weiteren Reduzierung bis Jahresende. In einem Umfeld niedriger Zinsen ist Gold als nicht verzinsliches Anlagegut besonders gefragt.
Einen weiteren Impuls für die Märkte lieferte die Nachricht, dass die Vereinigten Staaten und China ihren Zollstopp um 90 Tage verlängert haben. Damit werden hohe Strafzölle auf gegenseitige Warenimporte vorerst vermieden. Investoren richten ihren Blick nun auf weitere US-Wirtschaftsdaten, die im Laufe der Woche erwartet werden, darunter der Produzentenpreisindex, wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und die Einzelhandelsumsätze.
Bei den anderen Edelmetallen stieg der Preis für Silber um 0,8 Prozent auf 38,17 US-Dollar je Feinunze. Platin gab um 0,1 Prozent auf 1.335,82 US-Dollar nach, während Palladium unverändert bei 1.129,37 US-Dollar notierte. Die US-Aktienmärkte schlossen am Dienstag fester, alle drei wichtigen Indizes legten um mehr als ein Prozent zu. S&P 500 und Nasdaq erreichten dabei neue Rekordstände.
