Goldpreis steigt vor US-Inflationsdaten leicht
Zinssenkungserwartungen und Trumps Zollentscheidung beeinflussen die Märkte

Der Goldpreis hat am Dienstag leicht zugelegt, nachdem er in der vorherigen Sitzung einen deutlichen Rückgang verzeichnet hatte. Marktteilnehmer richten ihren Blick auf neue Inflationsdaten aus den USA, die weiteren Aufschluss über den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank geben könnten. Spotgold notierte zuletzt 0,2 Prozent höher bei 3.350,03 US-Dollar je Unze, während die US-Goldfutures für Dezember unverändert bei 3.402,80 US-Dollar lagen.
Am Montag war der Goldpreis um 1,6 Prozent gefallen, die Futures gaben um mehr als zwei Prozent nach. Hintergrund war die Aussage von US-Präsident Donald Trump, dass keine Zölle auf importierte Goldbarren erhoben werden sollen. Diese Ankündigung nahm dem Markt einen Teil der jüngsten Unsicherheiten. Analysten erwarten nun, dass die bevorstehenden Inflationsdaten eine zentrale Rolle bei der Einschätzung der Zinspolitik der Federal Reserve spielen werden.
Laut Kelvin Wong, Senior Market Analyst bei OANDA, richten sich die Erwartungen stark auf eine Zinssenkung im September, die bereits weitgehend eingepreist sei. Sollten die Kerninflationsdaten leicht unter den Prognosen liegen, könne dies die Wahrscheinlichkeit eines solchen Schritts zusätzlich erhöhen. Niedrigere Zinsen würden die Haltekosten für Gold verringern, während die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe weiterhin unter wichtigen Widerstandsmarken bleibe, was den Goldpreis stützen könnte.
Veröffentlicht werden die Daten zum Verbraucherpreisindex in den USA um 12.30 Uhr GMT. Ökonomen rechnen im Schnitt mit einem Anstieg des Kern-CPI um 0,3 Prozent im Juli. Auf Jahressicht würde dies einen Anstieg auf drei Prozent bedeuten, womit der Wert klar über dem Inflationsziel der Fed von zwei Prozent läge. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im kommenden Monat wird an den Märkten derzeit mit rund 85 Prozent eingeschätzt, wie Daten des CME FedWatch Tools zeigen.
Trump hatte die Notenbank zuletzt wiederholt dafür kritisiert, in jüngster Zeit auf Zinssenkungen verzichtet zu haben. Zudem beobachten Marktteilnehmer aufmerksam, wer den derzeitigen Fed-Vorsitzenden Jerome Powell ablösen wird, dessen Amtszeit im Mai kommenden Jahres endet. Unterdessen teilte ein Sprecher des Weißen Hauses mit, dass Trump per Dekret eine 90-tägige Verlängerung der Frist für höhere US-Zölle auf chinesische Importe unterzeichnet habe.
Auch andere Edelmetalle legten am Dienstag leicht zu. Der Silberpreis stieg um 0,6 Prozent auf 37,81 US-Dollar je Unze, Platin verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 1.334,24 US-Dollar und Palladium kletterte um 0,7 Prozent auf 1.143,93 US-Dollar.
