Goldpreis fällt vor US-Russland-Gesprächen
Anleger blicken auf Inflationsdaten und mögliche Zinssenkung der Fed

Der Goldpreis ist am Montag gesunken, da sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf Gespräche zwischen den USA und Russland zum Krieg in der Ukraine sowie auf anstehende US-Inflationsdaten für Juli richtete. Spotgold notierte zuletzt 0,6 Prozent schwächer bei 3.378,49 US-Dollar je Unze, nachdem der Kurs am Freitag den höchsten Stand seit dem 23. Juli erreicht hatte. Die Dezember-Futures für US-Gold gaben um 1,4 Prozent auf 3.441,20 US-Dollar nach.
Marktbeobachter führten den Rückgang unter anderem auf nachlassende geopolitische Spannungen zurück. Hintergrund ist die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, sich am 15. August in Alaska mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu treffen, um über ein mögliches Ende des Kriegs in der Ukraine zu verhandeln. Analysten zufolge sorgte diese Nachricht bereits am Freitag für einen Rückgang des Goldpreises.
Im Fokus der Märkte stehen außerdem die US-Verbraucherpreisdaten, die am Dienstag veröffentlicht werden sollen. Experten erwarten, dass die Auswirkungen von Zöllen den Kernindex um 0,3 Prozent anheben und damit auf eine Jahresrate von 3,0 Prozent bringen könnten. Damit würde sich die Inflation weiter von dem Zielwert der US-Notenbank von zwei Prozent entfernen. Ein stärkerer Anstieg der Preise könnte den US-Dollar festigen und die Goldgewinne begrenzen, auch wenn Marktteilnehmer möglicherweise Preisrückgänge nutzen, um Bestände aufzustocken.
Die jüngst schwächer als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten aus den USA haben die Erwartungen an eine Zinssenkung der Federal Reserve im September gestützt. Laut Marktdaten wird die Wahrscheinlichkeit einer solchen Maßnahme auf rund 90 Prozent geschätzt. Zudem rechnen Händler bis zum Jahresende mit mindestens einer weiteren Senkung. Da Gold keine laufenden Erträge abwirft, profitiert es in einem Umfeld niedriger Zinsen von den günstigeren Anlagebedingungen.
Parallel dazu richtet sich der Blick auf die Handelsgespräche zwischen den USA und China. Eine von Trump gesetzte Frist für ein Abkommen zwischen Washington und Peking läuft am 12. August aus. Auch dies trägt zur Unsicherheit an den Märkten bei.
Daten der US-Aufsichtsbehörde CFTC zeigen, dass Spekulanten ihre Netto-Long-Positionen in COMEX-Goldkontrakten in der Woche bis zum 5. August um 18.965 Kontrakte auf 161.811 ausgeweitet haben.
Auf den übrigen Edelmetallmärkten fiel der Silberpreis um 0,5 Prozent auf 38,13 US-Dollar je Unze. Platin verlor 1,1 Prozent auf 1.317,90 US-Dollar, während Palladium leicht um 0,1 Prozent auf 1.127,37 US-Dollar zulegte.
