Goldpreis erreicht Rekord – Nachfrage bricht ein
Asiatische Händler reagieren mit Rabatten und melden vermehrte Verkäufe aus Lagerbeständen

Goldpreise auf Rekordniveau haben in den wichtigsten asiatischen Märkten die Nachfrage nach physischem Gold spürbar gebremst. In Indien, einem der weltweit größten Goldverbraucher, erreichte der Preis ein Allzeithoch von 102.191 Rupien pro 10 Gramm. Händler vor Ort berichten, dass Käufer derzeit zurückhaltend sind und Investoren vermehrt Goldmünzen und -barren verkaufen, die sie zuvor zu niedrigeren Preisen erworben hatten.
Aktuell liegt der Preis für zehn Gramm Gold in Indien bei rund 102.100 Rupien. Um den Absatz anzukurbeln, bieten Händler dort Gold mit einem Abschlag von neun US-Dollar bis hin zu einem leichten Aufpreis von zwei Dollar pro Unze im Vergleich zum offiziellen Inlandsmarktpreis an. In der Vorwoche lag der maximale Abschlag noch bei sieben Dollar. Marktteilnehmer sehen hierin eine direkte Reaktion auf die steigenden Kurse sowie auf zusätzliche wirtschaftliche Unsicherheiten.
Ein weiterer dämpfender Faktor für die indische Goldnachfrage ist die zurückhaltende Haltung von Schmuckexporteuren. Diese erwarten geringere Bestellungen aus den USA, dem wichtigsten Absatzmarkt, da neue Zölle unter der Regierung von Präsident Donald Trump in Kraft getreten sind. Ein Händler einer Privatbank in Mumbai wies darauf hin, dass dies die Importbereitschaft der Branche zusätzlich einschränke.
Auch in China, dem größten Goldkonsumenten der Welt, hat sich das Marktumfeld verändert. Dort wurde Gold zu Preisen zwischen dem globalen Referenzwert und einem Aufpreis von zwei Dollar pro Unze gehandelt. In der Woche zuvor bewegten sich die Preise dort noch in einer deutlich größeren Spanne – mit Abschlägen bis zu 4,20 Dollar und Aufschlägen von bis zu 12 Dollar pro Unze. Händler berichten, dass die Nachfrage im Vergleich zur Vorwoche zurückgegangen ist, da Käufer auf niedrigere Preise warten.
In weiteren asiatischen Märkten zeigt sich ein ähnliches Bild. In Hongkong lag der Preisaufschlag bei maximal 1,60 Dollar, in Singapur bei bis zu 2,50 Dollar pro Unze. Dort beobachteten Händler ein zunehmendes Verkaufsinteresse auf Einzelhandels- und Großhandelsebene. Einige Marktteilnehmer greifen vermehrt auf Leihgold zurück, um von den derzeit hohen Kursen zu profitieren.
In Japan bewegte sich der Aufpreis für physisches Gold bei etwa 25 Cent über dem Spotpreis. Damit bleibt der Markt auch dort von den Entwicklungen der benachbarten Wirtschaftsräume nicht unberührt.
