Goldpreis nahe Rekordhoch durch Marktunsicherheiten
US-Zölle, Zinspolitik und Inflation treiben die Nachfrage nach dem Edelmetall

Goldpreise sind am Donnerstag um ein Prozent gestiegen und bewegen sich in unmittelbarer Nähe ihres Rekordhochs vom Oktober. Die Nachfrage nach dem Edelmetall wird durch geopolitische Unsicherheiten und die Erwartung neuer US-Zölle angefacht. Gleichzeitig richtet sich die Aufmerksamkeit der Märkte auf einen wichtigen Inflationsbericht, der Hinweise auf den künftigen geldpolitischen Kurs der US-Notenbank liefern könnte. Der Preis für Spotgold notierte zuletzt bei 2.783,95 US-Dollar je Feinunze und lag damit nur 6,20 US-Dollar unter dem bisherigen Höchststand von 2.790,15 US-Dollar. Die Gold-Futures in den USA stiegen um 1,4 Prozent auf 2.808 US-Dollar.
Laut Alex Ebkarian, Chief Operating Officer von Allegiance Gold, beeinflussen Inflationstendenzen und Unsicherheiten über die Auswirkungen von Handelszöllen die Goldpreise. Die aktuelle Marktentwicklung sei günstig für weiteres Wachstum. Trotz der jüngsten Verluste an den Aktienmärkten habe sich Gold bislang nicht als unmittelbarer Profiteur erwiesen. Es sei jedoch denkbar, dass eine anhaltende Risikoaversion Gold in Richtung der Marke von 3.000 US-Dollar treiben könnte.
Die Ankündigung der US-Regierung, ab Samstag neue Zölle auf Waren aus Mexiko und Kanada zu erheben, sowie mögliche Maßnahmen gegen China verstärken die Unsicherheit an den Märkten. Diese Entwicklungen haben zu einem Rückgang des US-Dollars um 0,2 Prozent geführt, wodurch Gold für Anleger außerhalb der USA günstiger wird. Zudem fiel die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen auf den tiefsten Stand seit über einem Monat.
Susannah Streeter, Leiterin für Geld- und Kapitalmärkte bei Hargreaves Lansdown, betonte die Funktion von Gold als sicherer Hafen in Zeiten wirtschaftlicher Unwägbarkeiten. Die Europäische Zentralbank könnte derweil vor einer erneuten Zinssenkung stehen. Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihre Leitzinsen am Mittwoch unverändert gelassen, wie allgemein erwartet wurde. Notenbankchef Jerome Powell machte deutlich, dass keine Eile bestehe, die Zinsen erneut zu senken.
Wirtschaftsdaten zeigten, dass das US-Wirtschaftswachstum im vierten Quartal nachgelassen hat. Allerdings könnte die starke Binnennachfrage die Fed dazu veranlassen, die Zinssenkungen nur schrittweise umzusetzen. Marktbeobachter warten nun gespannt auf den für Freitag erwarteten Bericht zum Preisindex der persönlichen Konsumausgaben für den Dezember.
Neben Gold legten auch andere Edelmetalle zu. Der Preis für Silber stieg um zwei Prozent auf 31,46 US-Dollar je Feinunze. Platin verteuerte sich um 1,8 Prozent auf 963,45 US-Dollar, während Palladium um 1,7 Prozent auf 978,25 US-Dollar anstieg.
