Goldpreis fällt nach Dollaranstieg und Zinsspekulationen
Marktunsicherheit durch Trumps Handelspolitik und drohende Russland-Sanktionen wächst

Die Goldpreise gaben nach, nachdem der US-Dollar leicht zulegte, während die Aufmerksamkeit weiterhin auf die wirtschaftspolitischen Maßnahmen von US-Präsident Donald Trump gerichtet war. Der Spot-Goldpreis fiel um 0,4 % auf 2.744,26 US-Dollar pro Unze. Am Vortag hatte das Edelmetall mit 2.790,15 US-Dollar pro Unze einen mehr als dreimonatigen Höchststand erreicht, der nur 26,72 US-Dollar unter seinem Allzeithoch lag. Die US-Goldfutures verloren 0,7 % und notierten bei 2.750,30 US-Dollar.
Der US-Dollar-Index stieg um 0,1 %, wodurch in Dollar gehandelte Goldkäufe teurer wurden. Marktanalysten wiesen darauf hin, dass ein stärkerer US-Dollar und steigende Renditen für US-Staatsanleihen es dem Goldpreis erschweren, weiter zuzulegen. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe stieg ebenfalls, was das Interesse an nicht verzinsten Anlageformen wie Gold dämpfte.
Anleger beobachteten die Unsicherheiten bezüglich der Handelspolitik der Trump-Regierung genau. Trump erklärte, dass neue Zölle auf Importe aus Kanada, Mexiko, China und der Europäischen Union bereits am 1. Februar angekündigt werden könnten. Analysten vermuten jedoch, dass umfassendere Maßnahmen erst am 1. April bekannt gegeben werden. Die Unsicherheit über diese Entwicklungen führte dazu, dass sich viele Marktteilnehmer verstärkt auf sichere Anlagewerte wie Gold konzentrierten.
Ein weiterer Faktor, der die Marktstimmung beeinflusste, war die bevorstehende Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve am 28. und 29. Januar. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group erwarten Händler mit einer Wahrscheinlichkeit von 96 %, dass die Zentralbank die Zinssätze unverändert lassen wird. Die Zinspolitik der Fed hat erheblichen Einfluss auf den Goldmarkt, da steigende Zinsen tendenziell den US-Dollar stärken und damit die Nachfrage nach Gold schwächen.
Während der Goldpreis nachgab, verzeichnete Palladium ein Plus von 1,5 % und erreichte 992,33 US-Dollar pro Unze. Russland, der weltweit größte Produzent von Palladium, ist ein wichtiger Lieferant des Metalls für die Vereinigten Staaten. Trump drohte Russland sowie anderen Ländern mit Steuern, Zöllen und Sanktionen, falls nicht bald eine Einigung zur Beendigung des Krieges in der Ukraine erzielt werde.
Andere Edelmetalle entwickelten sich unterschiedlich. Der Silberpreis fiel um 1,9 % auf 30,19 US-Dollar pro Unze, während Platin 0,6 % verlor und bei 940,30 US-Dollar notierte. Die Marktbewegungen spiegelten eine allgemeine Unsicherheit wider, da Investoren weiterhin die wirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklungen beobachteten.
