Goldpreis gibt nach Rekordhoch leicht nach
Anleger warten auf US-Arbeitsmarktdaten und mögliche Zinssenkung der Fed

Gold hat nach seinem Rekordhoch von 3.578,50 Dollar je Unze leichte Verluste verzeichnet, nachdem Anleger Gewinne mitnahmen. Am Donnerstagmorgen fiel der Spotpreis um 0,3 Prozent auf 3.546,73 Dollar, während die Futures für Dezemberlieferungen um 0,8 Prozent auf 3.605,60 Dollar nachgaben. Das Edelmetall war am Mittwoch auf ein Allzeithoch gestiegen, getragen von Erwartungen einer Zinssenkung in den USA.
Marktbeobachter erklärten, dass die Aussichten für weitere Kurssteigerungen weiterhin intakt seien. Brian Lan, Geschäftsführer von GoldSilver Central, sprach von einem anhaltenden Bullenmarkt. Er verwies auf die Erwartung einer lockeren Geldpolitik und auf Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank, die das Interesse an sicheren Anlagen verstärkten. Auch ein Anstieg des Goldpreises auf 3.800 Dollar oder mehr in naher Zukunft sei nach seiner Einschätzung möglich.
Die jüngsten Wirtschaftsdaten aus den Vereinigten Staaten lieferten zusätzliche Argumente für Zinssenkungen. Das Arbeitsministerium meldete, dass die Zahl der offenen Stellen im Juli stärker zurückging als erwartet und bei 7,181 Millionen lag. Mehrere Mitglieder der US-Notenbank äußerten daraufhin die Ansicht, dass die Situation am Arbeitsmarkt Zinssenkungen erforderlich mache. Gouverneur Christopher Waller sagte, er halte eine Senkung bereits bei der nächsten Sitzung für geboten.
An den Terminmärkten wird inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von 97 Prozent eingepreist, dass die Federal Reserve am 17. September den Leitzins um 25 Basispunkte senkt. Vor den Arbeitsmarktdaten lag diese Wahrscheinlichkeit noch bei 92 Prozent, wie das FedWatch-Tool der CME Group zeigt. Gold, das keine laufenden Erträge abwirft, profitiert traditionell von einer Niedrigzinsphase, da es im Vergleich zu zinstragenden Anlagen an Attraktivität gewinnt.
Der Fokus richtet sich nun auf den US-Arbeitsmarktbericht für August, der am Freitag veröffentlicht wird. Analysten rechnen laut einer Umfrage mit einem Stellenzuwachs von 78.000, nachdem im Juli 73.000 neue Jobs geschaffen wurden. Das Ergebnis gilt als wichtiger Indikator für die geldpolitischen Entscheidungen der Notenbank.
Auch andere Edelmetalle reagierten auf die Marktentwicklung. Silber verlor 0,8 Prozent auf 40,87 Dollar je Unze, nachdem es in der vorangegangenen Sitzung den höchsten Stand seit September 2011 erreicht hatte. Platin sank um 0,5 Prozent auf 1.415,03 Dollar, Palladium gab um 1 Prozent auf 1.136,26 Dollar nach.
In den USA sorgten zudem politische Aussagen für Aufmerksamkeit. Präsident Donald Trump erklärte, dass die Vereinigten Staaten möglicherweise Handelsabkommen mit der Europäischen Union, Japan und Südkorea wieder auflösen müssten, sollte ein laufender Prozess vor dem Obersten Gerichtshof zu Zöllen gegen Washington entschieden werden.
