Goldpreis erreicht neues Rekordhoch
Marktunsicherheit, Fed-Erwartungen und politische Spannungen treiben Anleger ins Edelmetall

Der Goldpreis hat seine Rekordjagd fortgesetzt und in der Nacht zu Mittwoch ein neues Allzeithoch erreicht. Auslöser waren anhaltende Unsicherheit an den Märkten und die wachsende Erwartung, dass die US-Notenbank Federal Reserve noch in diesem Monat die Zinsen senken wird. Spotgold kletterte im Handelsverlauf auf 3.546,99 Dollar je Feinunze, bevor sich der Kurs bei 3.537,76 Dollar einpendelte. Die US-Goldfutures für die Lieferung im Dezember stiegen um 0,3 Prozent auf 3.603,50 Dollar.
Für zusätzliche Unruhe sorgte die Entscheidung der US-Regierung, beim Supreme Court eine beschleunigte Prüfung der zuletzt für unrechtmäßig erklärten Zölle zu beantragen. Sollte das Gericht gegen die Position des Präsidenten entscheiden, könnte dies das wirtschaftliche Umfeld grundlegend verändern. Analysten sehen in dieser Unsicherheit ein starkes Argument für steigende Goldpreise. Der Chefanalyst für Makrofragen beim Anbieter Tastylive erklärte, die Dynamik sei derzeit klar einseitig aufwärtsgerichtet.
Parallel dazu wächst der politische Druck auf die Notenbank. Präsident Donald Trump drängt seit Monaten auf Zinssenkungen und hat offen über die Entlassung von Fed-Chef Jerome Powell spekuliert. Im vergangenen Monat versuchte er zudem, Fed-Gouverneurin Lisa Cook abzusetzen, was einen wichtigen Rechtsstreit über die politische Unabhängigkeit der Notenbank ausgelöst hat. Die Märkte preisen inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von 92 Prozent eine Zinssenkung um 25 Basispunkte beim nächsten Treffen am 17. September ein. Gold, das keine laufenden Erträge abwirft, profitiert typischerweise von einem Umfeld niedriger Zinsen.
Auch die Nachfrage nach börsengehandelten Goldfonds zieht spürbar an. Der weltweit größte Fonds seiner Art, der SPDR Gold Trust, meldete einen Anstieg seiner Bestände um 1,32 Prozent auf 990,56 Tonnen. Dies ist der höchste Wert seit August 2022. Investoren warten nun gespannt auf die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten am Freitag, die entscheidende Hinweise auf die künftige Zinspolitik der Fed geben dürften.
Andere Edelmetalle zeigten sich weniger stark. Der Silberpreis sank um 0,4 Prozent auf 40,74 Dollar je Unze, nachdem er in der vorangegangenen Sitzung den höchsten Stand seit 2011 erreicht hatte. Platin gab um 0,1 Prozent auf 1.401,59 Dollar nach, während Palladium um 1,5 Prozent auf 1.146,75 Dollar zulegte.
