Goldpreis fällt wegen stärkerem Dollar
Anleger blicken auf US-Schulden, Zinssignale und kommende Wirtschaftsdaten

Der Goldpreis ist am Dienstag gesunken, nachdem der US-Dollar gegenüber anderen Währungen wieder an Stärke gewonnen hat. Zuvor hatte der Dollar ein Ein-Monats-Tief erreicht. Gleichzeitig bleiben Sorgen über die Haushaltslage der Vereinigten Staaten bestehen. Auch die Erwartung wichtiger Wirtschaftsdaten in dieser Woche beeinflusst die Haltung der Anleger, insbesondere im Hinblick auf die weitere Entwicklung der US-Leitzinsen.
Zum Zeitpunkt von 05:37 GMT lag der Preis für eine Feinunze Spot-Gold 0,5 Prozent niedriger bei 3.325,99 US-Dollar. Auch die US-Gold-Futures verzeichneten ein Minus von 1,2 Prozent und notierten bei 3.325,70 US-Dollar. Der Handel in den Vereinigten Staaten und in London war am Montag aufgrund eines Feiertags ausgesetzt. Marktbeobachter sprechen derzeit von einer Konsolidierung der Goldpreise. Laut einem Analysten sei der Markt in einer Phase des Abwartens und suche nach dem nächsten Impuls.
Der zuletzt geschwächte Dollar hat sich am Dienstag wieder erholt. Der Dollar-Index legte zu, nachdem er in der vorangegangenen Sitzung ein fast einmonatiges Tief erreicht hatte. Ein stärkerer Dollar macht Gold für Anleger aus anderen Währungsräumen weniger attraktiv, da der Goldpreis in US-Dollar notiert wird.
Im politischen Bereich steht die Fiskalpolitik der Vereinigten Staaten im Mittelpunkt. Das Repräsentantenhaus hat in der vergangenen Woche eine Version von Präsident Donald Trumps Steuerreform verabschiedet, die nach Berechnungen des Congressional Budget Office in den kommenden zehn Jahren die Staatsverschuldung um rund 3,8 Billionen US-Dollar erhöhen dürfte. Die Gesamtverschuldung der Vereinigten Staaten liegt derzeit bei etwa 36,2 Billionen US-Dollar.
Zudem hat Trump angekündigt, vorerst auf die geplante Einführung von 50-prozentigen Zöllen auf Importe aus der Europäischen Union zu verzichten. Stattdessen wurde ein neuer Termin am 9. Juli festgelegt, bis zu dem Washington und die EU eine Einigung erzielen wollen.
Im weiteren Wochenverlauf richtet sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf eine Reihe anstehenden Reden von Mitgliedern der US-Notenbank. Zudem wird am Freitag der US-Kernpreisindex für persönliche Konsumausgaben veröffentlicht, ein wichtiger Indikator für die Inflation und damit auch für die künftige Zinspolitik. Derzeit gehen Marktteilnehmer mehrheitlich davon aus, dass die Federal Reserve ihre Zinssenkungen im September wieder aufnehmen könnte.
Auch andere Edelmetalle verzeichneten Preisrückgänge. Der Silberpreis fiel um 0,7 Prozent auf 33,12 US-Dollar pro Unze. Platin gab um 0,6 Prozent auf 1.078,68 US-Dollar nach, während Palladium 0,8 Prozent niedriger bei 979,50 US-Dollar notierte.
