Goldpreis steigt dank schwachem Dollar
Inflationsrisiken und Trumps Zollpolitik beeinflussen die Märkte deutlich

Die Goldpreise sind am Dienstag gestiegen, unterstützt durch einen schwächeren US-Dollar und potenzielle Inflationsrisiken, die durch die angedachten Zollpolitik des designierten US-Präsidenten Donald Trump entstehen könnten. Diese Maßnahmen könnten das Tempo der geldpolitischen Lockerung der US-Notenbank in diesem Jahr beeinflussen. Spot-Gold verzeichnete einen Anstieg von 0,3 Prozent auf 2.668,79 US-Dollar je Unze, während die US-Gold-Futures um 0,1 Prozent auf 2.682,30 US-Dollar stiegen.
Laut Ricardo Evangelista, leitender Analyst bei ActivTrades, profitieren die Goldpreise von Berichten, dass die künftige Trump-Regierung eine schrittweise Einführung von Zollerhöhungen erwägt, um deren Einfluss auf die Inflation abzumildern. Diese Nachrichten führten zu einem leichten Rückgang der Renditen von US-Staatsanleihen sowie einer Abschwächung des US-Dollars. Der Dollar-Index fiel um 0,3 Prozent und entfernte sich damit von einem mehr als zweijährigen Hoch, das in der vorherigen Sitzung erreicht worden war. Ein schwächerer Dollar macht Gold für Käufer in anderen Währungen erschwinglicher.
Marktteilnehmer warten gespannt auf die Veröffentlichung der US-Erzeugerpreisindex-Daten um 13:30 GMT sowie auf die Verbraucherpreisindex-Daten, die am Mittwoch veröffentlicht werden sollen. Eine Umfrage unter Ökonomen ergab eine mittlere Prognose für einen jährlichen Anstieg des Verbraucherpreisindex um 2,9 Prozent, verglichen mit 2,7 Prozent im November. Am Donnerstag werden zudem die US-Einzelhandelsumsätze erwartet, die weitere Einblicke in die wirtschaftliche Lage und die geldpolitische Ausrichtung der Federal Reserve im Jahr 2025 geben könnten.
Henrik Marx, Leiter des Edelmetallhandels bei Heraeus Precious Metals in Deutschland, bemerkte, dass die Inflation bei einem Anstieg aufgrund der Ausgabenpolitik Trumps dazu führen könnte, dass die Zinsanpassungen mittelfristig ausbleiben. Edelmetalle wie Gold gelten traditionell als Absicherung gegen Inflation, verlieren jedoch an Attraktivität, wenn die Zinssätze steigen, da sie keine Rendite bieten.
Platin verzeichnete einen Rückgang von 0,4 Prozent auf 949,80 US-Dollar je Unze. Ein Bericht der UBS prognostiziert für 2025 ein Defizit von 500.000 Unzen Platin, was 6,4 Prozent der Nachfrage entspricht. Im Gegensatz dazu legte Silber um 0,5 Prozent auf 29,75 US-Dollar zu, während Palladium um 0,5 Prozent auf 943,70 US-Dollar stieg.
