Goldmarkt in Indien und China unter Druck
Steigende Preise dämpfen Indiens Nachfrage, China profitiert vom Neujahrsfest

Goldrabatte in Indien haben sich in dieser Woche auf ein Sechsmonatshoch ausgeweitet, da steigende Inlandspreise die Nachfrage gedämpft haben und Juweliere auf die bevorstehende Veröffentlichung des jährlichen Bundeshaushalts warten. Gleichzeitig war die physische Goldnachfrage in China im Vorfeld des chinesischen Neujahrsfestes stabil. Ein Händler einer privaten Bank in Mumbai erklärte, dass der jüngste Preisanstieg die Kaufbereitschaft erheblich reduziert habe und viele Käufer auf eine Korrektur der Preise warteten.
Die inländischen Goldpreise in Indien stiegen auf 79.270 Rupien pro zehn Gramm und lagen damit nahe an den bisherigen Höchstständen. Dieser Anstieg spiegelte die Entwicklung der internationalen Spot-Goldpreise wider, die in dieser Woche ein Einmonatshoch erreichten. Um den Absatz anzukurbeln, boten indische Händler einen Rabatt von bis zu 30 US-Dollar pro Unze auf die offiziellen Inlandspreise an. Diese Ermäßigung, die sowohl eine Importsteuer von sechs Prozent als auch eine Verkaufssteuer von drei Prozent beinhaltet, war damit deutlich höher als die der Vorwoche, als der Rabatt noch 17 US-Dollar pro Unze betragen hatte.
Importeure und Großhändler erhöhten die Nachlässe, um ihre Lagerbestände zu reduzieren, bevor am 1. Februar der jährliche Bundeshaushalt veröffentlicht wird. Marktteilnehmer rechnen damit, dass die Regierung mögliche Änderungen an der Zollstruktur vornehmen könnte. Chanda Venkatesh, Geschäftsführerin des in Hyderabad ansässigen Edelmetallhändlers CapsGold, erklärte, dass dies die Unsicherheit unter Händlern und Käufern verstärke. Eine Analyse der ANZ-Bank deutet darauf hin, dass die physische Goldnachfrage in Indien weiter herausgefordert werden könnte, falls die Regierung ihre Entscheidung zur Reduzierung der Importzölle um neun Prozent, die im Juli 2024 eingeführt wurde, überdenken sollte.
Die Goldnachfrage in China zeigt hingegen Anzeichen einer Erholung, nachdem sie in der zweiten Jahreshälfte 2024 rückläufig war. Eine Ankündigung der chinesischen Regierung, durch eine lockerere Geldpolitik und fiskalische Maßnahmen das Wirtschaftswachstum zu stimulieren, könnte die Nachfrage nach physischem Gold unterstützen. Chinesische Händler verlangten in dieser Woche Aufschläge zwischen drei und 13 US-Dollar pro Unze auf die internationalen Kurse, nachdem in der Vorwoche noch Rabatte von bis zu zwei US-Dollar oder Prämien von bis zu neun US-Dollar verzeichnet worden waren.
Das chinesische Neujahrsfest, das vom 28. Januar bis zum 4. Februar gefeiert wird, hat die Nachfrage zusätzlich beflügelt. Peter Fung, Leiter des Handels beim Edelmetallhändler Wing Fung Precious Metals, erklärte, dass viele Marktteilnehmer aufgrund der bevorstehenden Feiertage bereits ihre Handelsaktivitäten reduziert hätten. In anderen asiatischen Märkten zeigten sich ebenfalls unterschiedliche Preisentwicklungen. In Singapur wurden Goldbarren entweder zum internationalen Marktpreis oder mit einem Aufschlag von bis zu 1,80 US-Dollar pro Unze gehandelt. In Hongkong bewegten sich die Prämien zwischen null und zwei US-Dollar, während in Japan Gold mit einem leichten Rabatt von 50 Cent oder einer geringen Prämie von bis zu 50 Cent verkauft wurde.
