Goldpreis fällt leicht nach Rekordhoch
US-Zollausnahmen bremsen Nachfrage nach sicherem Hafen und sorgen für Kurskorrektur

Der Goldpreis ist am Montag leicht zurückgegangen, nachdem er zuvor ein Rekordhoch erreicht hatte. Grund für die Korrektur waren Lockerungen im Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China. US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, dass Smartphones und Computer vorerst von den sogenannten „reziproken“ US-Zöllen ausgenommen werden. In der Folge ließ die Nachfrage nach dem als sicher geltenden Anlagegut Gold etwas nach.
Im frühen Handel erreichte der Goldpreis zunächst ein Rekordhoch von 3.245,42 US-Dollar pro Unze, fiel dann jedoch auf 3.232,49 US-Dollar zurück, was einem Minus von 0,1 Prozent entspricht. Auch die US-Gold-Futures verzeichneten lediglich einen leichten Anstieg von 0,1 Prozent auf 3.248,30 US-Dollar pro Unze.
Laut dem Chefmarktanalysten von KCM Trade, Tim Waterer, hat der schwächere US-Dollar die Goldpreise zuletzt gestützt. Die Nachrichten über die Zollausnahmen bei Technologieprodukten hätten jedoch die Risikobereitschaft der Anleger wieder erhöht und damit die Nachfrage nach sicheren Anlagen verringert. Dies habe dem Goldmarkt kurzfristig die Richtung genommen.
Trotz der aktuellen Korrektur bleibt die Lage volatil. Die jüngsten Entwicklungen im Handelskonflikt zwischen den USA und China haben laut Waterer zu einer erhöhten Unsicherheit an den Finanzmärkten geführt. Sollte der US-Dollar weiterhin schwach bleiben, sei ein erneuter Anstieg des Goldpreises auf bis zu 3.300 US-Dollar im kurzfristigen Verlauf nicht ausgeschlossen.
Bereits am Freitag war der Goldpreis erstmals über die Marke von 3.200 US-Dollar pro Unze gestiegen, nachdem sich die Spannungen zwischen den beiden Wirtschaftsmächten weiter verschärft hatten. Die Investmentbank Goldman Sachs reagierte auf die jüngsten Marktentwicklungen und hob ihre Goldpreisprognose für Ende 2025 von 3.300 auf 3.700 US-Dollar pro Unze an. Als Gründe nannte das Institut eine stärkere als erwartete Nachfrage durch Zentralbanken sowie steigende Zuflüsse in goldbasierte ETFs.
In China, dem weltweit größten Goldverbraucher, weitete sich der Preisaufschlag auf dem Binnenmarkt zuletzt aus. Analysten führen dies auf eine gestiegene Nachfrage von Konsumenten und Investoren zurück, die angesichts des Handelskonflikts mit den USA Sicherheit suchen.
Der Silberpreis fiel um 0,6 Prozent auf 32,06 US-Dollar pro Unze. Platin legte um 1 Prozent auf 952,50 US-Dollar zu, während Palladium um 1,3 Prozent auf 927,25 US-Dollar stieg.
