Goldpreis durchbricht erstmals Marke von 3.200 Dollar
Schwacher Dollar, Handelskonflikte und Zinssenkungserwartungen treiben Anleger in sichere Häfen

Der Goldpreis hat am Freitag erstmals die Marke von 3.200 US-Dollar je Feinunze überschritten. Auslöser für den Anstieg war unter anderem ein schwächerer US-Dollar, der Gold für Käufer außerhalb der Vereinigten Staaten günstiger machte. Die Entwicklung fand vor dem Hintergrund einer zunehmenden Unsicherheit auf den Finanzmärkten statt, insbesondere durch eskalierende Handelskonflikte, was die Nachfrage nach sicheren Anlageformen wie Gold verstärkte.
Zum Zeitpunkt 03:50 Uhr GMT notierte der Spotpreis für Gold mit einem Plus von 1,4 Prozent bei 3.217,78 US-Dollar. Zuvor hatte das Edelmetall ein Rekordhoch von 3.219,84 US-Dollar erreicht. Im Wochenverlauf ergibt sich daraus ein Anstieg von nahezu sechs Prozent. Auch die US-Gold-Futures zogen deutlich an und stiegen um 1,9 Prozent auf 3.237,50 US-Dollar je Feinunze.
Der rapide Wertverlust des US-Dollars wird derzeit als Hauptfaktor für die jüngste Aufwärtsbewegung beim Gold betrachtet. Analysten sehen hierin einen Trend zur Abkehr von auf Dollar lautenden Vermögenswerten, da sowohl Aktien als auch Anleihen unter dem Einfluss einer unsicheren Zollpolitik verkauft werden. Der Dollar-Index fiel um nahezu ein Prozent gegenüber anderen wichtigen Währungen.
Gleichzeitig rutschten führende Börsenindizes ins Minus, nachdem US-Präsident Donald Trump die Zölle auf chinesische Importe auf 145 Prozent angehoben hatte. Zwar wurde eine 90-tägige Aussetzung bereits angekündigter Zölle für zahlreiche Länder beschlossen, doch die Spannungen mit China halten an. Die chinesische Regierung reagiert mit entsprechenden Maßnahmen und könnte die bestehenden Zölle auf US-Waren über das aktuelle Niveau von 84 Prozent hinaus erhöhen.
Neben der Handelsproblematik wirken sich auch andere Faktoren auf die Goldpreise aus. Dazu gehören unter anderem die anhaltende Nachfrage durch Zentralbanken, Erwartungen an Zinssenkungen durch die US-Notenbank Federal Reserve, geopolitische Spannungen in Nahost und Europa sowie wachsende Mittelzuflüsse in börsengehandelte Goldfonds.
Die Verbraucherpreise in den USA sind im März überraschend gesunken. Dennoch bestehen laut aktuellen Daten weiterhin Inflationsrisiken. Marktteilnehmer rechnen damit, dass die US-Notenbank im Juni mit Zinssenkungen beginnt und bis Ende des Jahres eine Senkung um insgesamt einen Prozentpunkt vornehmen wird. Auch andere Edelmetalle reagierten: Silber stieg leicht auf 31,29 US-Dollar je Unze, während Platin um 0,1 Prozent auf 936,85 US-Dollar fiel. Palladium legte um 0,8 Prozent auf 916,18 US-Dollar zu.
