Goldman Sachs hebt Goldprognose deutlich an
Zentralbankkäufe und Rezessionssorgen treiben Preisziel auf 3.700 Dollar je Unze

Goldman Sachs hat seine Prognose für den Goldpreis zum Jahresende 2025 auf 3.700 US-Dollar je Feinunze angehoben. Zur Begründung nannte die Investmentbank eine stärkere als erwartete Nachfrage von Zentralbanken sowie gestiegene Rezessionsrisiken, die sich auch auf die Zuflüsse in börsengehandelte Goldfonds (ETFs) auswirkten. Zuvor hatte die Bank einen Jahresendpreis von 3.300 US-Dollar prognostiziert. Die durchschnittliche monatliche Nachfrage der Zentralbanken werde nun auf 80 Tonnen geschätzt, gegenüber der bisherigen Annahme von 70 Tonnen. Damit liege der Wert deutlich über dem Niveau vor dem Jahr 2022, das bei 17 Tonnen pro Monat lag.
Zusätzlich verzeichneten Gold-ETFs laut Goldman Sachs einen deutlichen Anstieg der Zuflüsse, ausgelöst durch Sorgen vor einer möglichen Rezession. Die hauseigenen Volkswirte schätzen die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession in den USA innerhalb der kommenden zwölf Monate auf 45 Prozent. Der Goldpreis hat seine Aufwärtsbewegung aus dem Vorjahr fortgesetzt und bereits mehrere Rekordhöhen erreicht. Seit Jahresbeginn verzeichnete er einen Zuwachs von über 23 Prozent. Am Freitag wurde zum ersten Mal die Marke von 3.200 US-Dollar pro Unze überschritten.
Die Analyse der Bank deutet zudem darauf hin, dass die Risiken im mittelfristigen Ausblick eher auf der Oberseite liegen. Sollte der monatliche Goldkauf der Zentralbanken im Durchschnitt 100 Tonnen erreichen, könnte der Preis bis Ende 2025 auf 3.810 US-Dollar steigen. Im Fall einer tatsächlichen Rezession könnten die ETF-Zuflüsse sogar wieder das Niveau während der Pandemie erreichen, was den Goldpreis auf bis zu 3.880 US-Dollar treiben würde.
Falls jedoch das Wirtschaftswachstum stärker ausfallen sollte als erwartet und die politische Unsicherheit abnimmt, könnten die ETF-Zuflüsse wieder stärker durch Zinserwartungen bestimmt werden. In diesem Szenario rechnet Goldman Sachs mit einem Goldpreis von etwa 3.550 US-Dollar je Unze zum Jahresende. Neben Goldman Sachs haben auch andere Institute ihre Prognosen für die kommenden Jahre abgegeben. Die Schätzungen für das Jahr 2025 liegen dabei zwischen 2.763 und 3.500 US-Dollar je Unze. Für 2026 reichen die Prognosen von 2.450 bis 3.700 US-Dollar.
