Goldpreis steigt bei schwachem Dollar und Handelsangst
Trump-Zölle, Yuan-Streit und Fed-Protokoll bewegen die Märkte

Der Goldpreis ist gestiegen, während der US-Dollar unter Druck geraten ist. Hintergrund ist die bevorstehende Einführung von US-Importzöllen, die in weniger als zwei Stunden in Kraft treten sollen. Viele Anleger wenden sich in Zeiten zunehmender Handelskonflikte und wachsender Rezessionsängste dem als sicher geltenden Gold zu. Der Preis für Spot-Gold legte um 0,6 Prozent auf 3.000,13 US-Dollar pro Unze zu, während US-Gold-Futures um 0,8 Prozent auf 3.014,40 US-Dollar stiegen.
Der Dollar verlor an Wert, da die Einführung der Zölle unmittelbar bevorsteht. Dies macht in Dollar notiertes Gold für Käufer außerhalb der USA günstiger. Präsident Donald Trump erhöhte die Zölle auf chinesische Importe auf 104 Prozent, um auf Gegenmaßnahmen Pekings zu reagieren. Er warf der chinesischen Regierung vor, den Yuan zu manipulieren, um die Wirkung der Zölle zu neutralisieren. China wies die Vorwürfe zurück und kündigte an, sich nicht erpressen zu lassen.
Die geplanten länderspezifischen Zölle sollen um 12:01 Uhr Eastern Time in Kraft treten. Der Chefanalyst von KCM Trade, Tim Waterer, erklärte, dass die Schwäche des Dollars im Zusammenhang mit den Zöllen Gold den Weg zurück über die Marke von 3.000 Dollar geebnet habe. Angesichts globaler Unsicherheiten hinsichtlich Wachstum und Inflation bleibe Gold auf Kurs, neue Rekordhöhen zu erreichen, auch wenn es in der vergangenen Woche zu kleineren Rücksetzern gekommen sei.
Einige Gewinne des nicht verzinsten Edelmetalls wurden allerdings durch den Anstieg der Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe auf ein Hoch von über einer Woche begrenzt. Gold hatte am 3. April ein Rekordhoch von 3.167,57 US-Dollar erreicht. Der Anstieg erinnert viele Marktbeobachter an ähnliche Entwicklungen während der iranischen Revolution im Jahr 1980, als politische und wirtschaftliche Unsicherheiten ebenfalls zu Höchstständen führten.
Daten des World Gold Council zeigen, dass im ersten Quartal 2025 Gold-ETFs die größten Zuflüsse seit drei Jahren verzeichneten. Anleger warten nun auf die Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten Sitzung der US-Notenbank. Zusätzlich stehen in den kommenden Tagen wichtige Wirtschaftsdaten an, darunter der Verbraucherpreisindex am Donnerstag und der Erzeugerpreisindex am Freitag.
Der Preis für Silber fiel leicht um 0,1 Prozent auf 29,80 US-Dollar pro Unze. Platin verlor 0,4 Prozent auf 917,55 US-Dollar, während Palladium um 0,2 Prozent auf 905,25 US-Dollar nachgab.
