Goldpreis erreicht neues Allzeithoch
Strafzoll-Pläne von Trump und Inflationssorgen treiben die Nachfrage an

Die Goldpreise sind auf ein neues Allzeithoch gestiegen und haben die Marke von 2.950 US-Dollar pro Feinunze überschritten. Grund dafür sind wachsende Sorgen über die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzölle, die die Angst vor einem globalen Handelskrieg schüren und die Nachfrage nach dem Edelmetall als sichere Anlage erhöhen. Der Preis für Spotgold kletterte um 0,7 Prozent auf 2.953,12 US-Dollar je Feinunze, nachdem er zuvor im Handelsverlauf mit 2.954,69 US-Dollar ein Rekordhoch erreicht hatte. Es war der zehnte Höchststand, den Gold in diesem Jahr verzeichnete. Die US-Gold-Futures legten um 1,2 Prozent auf 2.970,70 US-Dollar zu.
Das Edelmetall hat seit Jahresbeginn bereits um 12 Prozent zugelegt. Ein unabhängiger Analyst erklärte, dass die Marke von 3.000 US-Dollar eine Art magnetische Wirkung auf den Markt ausübe. Trotz der Einschätzung, dass der Markt aus technischer Sicht überkauft sei, scheine dieser entschlossen, das sogenannte magische Niveau zu durchbrechen. Die Marke von 2.950 US-Dollar werde als letzte charttechnische Hürde angesehen, bevor der Markt die 3.000-Dollar-Schwelle in Angriff nehme. Es sei mittlerweile eher eine Frage des Zeitpunkts als der Möglichkeit, wann diese Grenze überschritten werde.
Trump hatte angekündigt, innerhalb des kommenden Monats oder möglicherweise auch früher Zölle auf Holz, Autos, Halbleiter und Pharmazeutika zu erlassen. Seit seinem Amtsantritt am 20. Januar hat er bereits Strafzölle in Höhe von 10 Prozent auf chinesische Importe sowie in Höhe von 25 Prozent auf Stahl und Aluminium verhängt. Zudem kritisierte Trump den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und bezeichnete ihn als Diktator. Er forderte Selenskyj auf, schnellstmöglich Frieden zu schließen, da er sonst Gefahr laufe, sein Land zu verlieren.
Ein Marktstratege äußerte sich zu Spekulationen, dass mögliche Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland den Goldpreis belasten könnten. Er wies jedoch darauf hin, dass eine solche Schwächephase beim Goldpreis wohl nur vorübergehend wäre. Die am Mittwoch veröffentlichten Sitzungsprotokolle der US-Notenbank zeigten zudem, dass Trumps erste wirtschaftspolitische Vorhaben Befürchtungen hinsichtlich steigender Inflation ausgelöst hatten. Dies habe die Federal Reserve in ihrer Haltung bestärkt, vorerst auf weitere Zinssenkungen zu verzichten.
Neben Gold legten auch andere Edelmetalle zu. Der Preis für Silber stieg um 0,9 Prozent auf 33 US-Dollar je Feinunze. Platin verteuerte sich um 0,3 Prozent auf 974,85 US-Dollar, während Palladium einen Anstieg um 1,4 Prozent auf 981,70 US-Dollar verzeichnete.
