Goldpreis steigt über 2.900 Dollar
Schwacher Dollar und Trumps Zollandrohungen treiben die Nachfrage an

Die Goldpreise sind am Montag erneut über die Marke von 2.900 US-Dollar pro Unze gestiegen. Unterstützt wurde dieser Anstieg durch einen schwächeren US-Dollar sowie durch die wachsende Sorge vor einem drohenden Handelskrieg, nachdem der US-amerikanische Präsident Donald Trump mit der Einführung von Gegenzöllen gedroht hatte. Der Preis für Spotgold stieg um 0,6 Prozent auf 2.900,44 US-Dollar pro Unze, nachdem in der vergangenen Woche ein Rekordhoch von 2.942,70 US-Dollar erreicht worden war. Die Gold-Futures in den Vereinigten Staaten legten um 0,4 Prozent auf 2.912,10 US-Dollar zu.
Der US-Dollar notierte nahe einem Zweimonatstief, was den Kauf von Gold für Anleger, die andere Währungen halten, günstiger machte. Laut dem Analysten Giovanni Staunovo von UBS profitiert Gold weiterhin von der Nachfrage nach sicheren Anlageformen, da die Besorgnis über Zölle und einen möglichen Handelskrieg anhält. Er äußerte die Erwartung, dass der Goldpreis weiter steigen und die Marke von 3.000 US-Dollar erreichen könnte, gestützt durch die anhaltende Nachfrage der Zentralbanken.
Am Freitag hatte Trump erneut seine Bereitschaft zu weiteren Handelszöllen betont. Er kündigte an, dass ab dem 2. April neue Abgaben auf Automobile folgen könnten. Diese Ankündigung reiht sich in eine Reihe von Handelsmaßnahmen ein, die Trump seit seinem Amtsantritt in seiner zweiten Amtszeit verkündet hat. Gleichzeitig äußerte sich der US-Außenminister Marco Rubio am Sonntag zu den Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine. Er betonte, dass Kiew und Europa Teil jeglicher „echten Verhandlungen“ zur Beendigung des Krieges in der Ukraine sein würden.
Nach Einschätzung des Chefmarktanalysten Han Tan von der Exinity Group könnten Fortschritte in den laufenden Friedensgesprächen zwischen Russland und der Ukraine einige der bisherigen Jahresgewinne von Gold abschwächen. Dennoch verfüge das Edelmetall über genügend positive Faktoren, um die Spotpreise weiterhin zu stützen. Gold gilt traditionell als Absicherung gegen Inflation und geopolitische Unsicherheiten, jedoch mindern steigende Zinsen die Attraktivität von Gold, da es keine laufenden Erträge abwirft.
Mehrere Vertreter der US-Notenbank Federal Reserve werden im Laufe des Tages erwartet, um Reden zu halten. Marktteilnehmer erhoffen sich daraus Hinweise auf die zukünftige Zinspolitik in den Vereinigten Staaten. Der US-Markt bleibt aufgrund des Feiertags „President’s Day“ geschlossen. Der Preis für Silber stieg um 1 Prozent auf 32,50 US-Dollar pro Unze, nachdem am Freitag der höchste Stand seit dem 31. Oktober erreicht worden war. Platin verteuerte sich um 0,4 Prozent auf 983,20 US-Dollar, während Palladium um 2 Prozent auf 980,50 US-Dollar zulegte.
