Goldpreis erreicht neuen Rekordwert durch Handelskrieg
Investoren sichern sich gegen Inflation ab, während US-Zölle neue Spannungen auslösen

Die Preise für Gold sind am Mittwoch um 1 % gestiegen und setzen damit ihren Rekordlauf fort. Die steigende Nachfrage nach dem Edelmetall wird durch die anhaltenden wirtschaftlichen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China angetrieben. Die erneute Eskalation des Handelskriegs zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt löste eine verstärkte Flucht in sichere Anlagen aus. Spotgold verteuerte sich um 0,9 % auf 2.867,59 US-Dollar je Unze, nachdem es zuvor einen Höchststand von 2.869,68 US-Dollar erreicht hatte. Die US-Goldfutures stiegen um 0,7 % auf 2.895 US-Dollar.
China reagierte auf die jüngsten US-Zölle mit eigenen Handelsbeschränkungen, wodurch der Konflikt zwischen den beiden Nationen erneut entfachte. US-Präsident Donald Trump machte deutlich, dass er keine Eile habe, Gespräche mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping aufzunehmen, um die Spannungen zu entschärfen. Analysten warnen vor den potenziellen wirtschaftlichen Folgen dieser Entwicklung. Dominik Sperzel, Handelsleiter bei Heraeus Metals Germany, erklärte, dass die Unsicherheit über den Handelskrieg Investoren dazu veranlasst, sich gegen eine mögliche globale Rezession und steigende Inflation abzusichern.
Drei Vertreter der US-Notenbank Federal Reserve warnten unterdessen, dass die neuen Zölle von Trump die Inflation anheizen könnten. Ein Mitglied sprach sich dafür aus, dass die geldpolitische Unsicherheit eine langsamere Senkung der Leitzinsen erforderlich mache. Marktbeobachter richten ihre Aufmerksamkeit auf den ADP-Beschäftigungsbericht und die jährliche Lohn- und Gehaltsstatistik, die weitere Hinweise auf die Zinspolitik in den USA liefern könnten.
Gold wird traditionell als Absicherung gegen Inflation betrachtet, allerdings könnten steigende Zinsen die Attraktivität des Edelmetalls schädigen, da es keine Zinsen abwirft. Rhona O'Connell, Analystin bei StoneX, wies darauf hin, dass Gold derzeit "überkauft" sei und eine Korrektur bevorstehen könnte. Sie sieht dennoch weiteres Aufwärtspotenzial, erwartet jedoch, dass der Preis in diesem Jahr seinen Höchststand erreichen wird. Der Relative-Stärke-Index von Gold liegt derzeit bei 76, was den "überkauften" Bereich signalisiert.
Die globale Goldnachfrage stieg im Jahr 2024 um 1 % auf ein Rekordhoch von 4.974,5 Tonnen. Insbesondere die Investitionen und die erhöhten Käufe der Zentralbanken im vierten Quartal trugen zu diesem Anstieg bei, wie der World Gold Council mitteilte. Auch andere Edelmetalle verzeichneten einen Anstieg: Spot-Silber stieg um 1,1 % auf 32,44 US-Dollar je Unze, Platin gewann 1,3 % auf 976,05 US-Dollar und Palladium verteuerte sich um 0,8 % auf 998,00 US-Dollar.
