Goldpreis erreicht neues Rekordhoch durch Zollunsicherheit
Anleger setzen auf sichere Häfen, während Märkte volatil bleiben

Der Goldpreis hat am Freitag ein neues Rekordhoch erreicht und kurzzeitig die Marke von 2.800 US-Dollar pro Unze überschritten. Hintergrund dieser Entwicklung ist die anhaltende Unsicherheit an den Finanzmärkten, ausgelöst durch erneute Zollandrohungen des US-Präsidenten Donald Trump. Im Tagesverlauf stabilisierte sich der Goldpreis bei 2.795,52 US-Dollar pro Unze, nachdem zuvor ein Höchststand von 2.800,99 US-Dollar erreicht worden war. Damit verzeichnete Gold einen monatlichen Anstieg von mehr als sechs Prozent und einen Wochenzuwachs von einem Prozent. Die US-Goldfutures bewegten sich kaum und notierten bei 2.820,10 US-Dollar.
Laut dem Rohstoffstrategen Nitesh Shah von WisdomTree könnte die Goldrallye anhalten, solange die Unsicherheit in den Märkten bestehen bleibt. Er wies darauf hin, dass insbesondere die Unklarheit über die genaue Umsetzung der Zollerhöhungen die Nachfrage nach dem Edelmetall antreibt. Trump bekräftigte am Donnerstag, dass die Vereinigten Staaten eine Einfuhrabgabe von 25 Prozent auf Waren aus Mexiko und Kanada erheben werden. Zudem erwägt er weitere Zölle auf chinesische Produkte. In Zeiten wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheit gilt Gold als bevorzugte Anlageform.
Carsten Menke, Analyst bei Julius Baer, betonte, dass der Goldmarkt langfristig von den Käufen der Zentralbanken gestützt wird. Die aktuelle Marktentwicklung werde zudem durch die anstehende Veröffentlichung des US-Persönlichen-Konsumausgaben-Preisindex beeinflusst. Dieser Index, der um 13:30 GMT erwartet wird, gilt als bevorzugtes Inflationsmaß der US-Notenbank Federal Reserve. Fed-Chef Jerome Powell erklärte kürzlich, dass die Entwicklung der Inflation und der Arbeitsmarktdaten entscheidend für den Zeitpunkt möglicher Zinssenkungen sein werde.
Wirtschaftsdaten vom Donnerstag zeigten, dass das US-Wirtschaftswachstum im vierten Quartal nachgelassen hat, während der private Konsum das stärkste Wachstum seit fast zwei Jahren verzeichnete. Sollte sich eine Kombination aus hoher Inflation und schwachem Wirtschaftswachstum einstellen, könnte ein Goldpreis von 3.000 US-Dollar plausibel erscheinen, so Ricardo Evangelista, Senior Analyst bei ActivTrades.
Auf den physischen Märkten führten die hohen Preise zu einer gedämpften Goldnachfrage in Indien. Viele Käufer warten dort auf die Präsentation des Staatshaushalts am 1. Februar. Neben Gold verzeichneten auch andere Edelmetalle Preisbewegungen. Der Silberpreis fiel um 0,2 Prozent auf 31,62 US-Dollar, nachdem er am Vortag ein Einmonatshoch erreicht hatte. Platin legte um 1,2 Prozent auf 978,55 US-Dollar zu, während Palladium um 0,3 Prozent auf 986,50 US-Dollar nachgab.
