Goldpreis erholt sich von Zweiwochentief
Treffen Trump-Selenskyj und Fed-Signale rücken in den Fokus

Gold hat sich nach einem Rückgang auf ein Zweiwochentief wieder erholt. Unterstützung erhielt der Markt von sinkenden Renditen der US-Staatsanleihen, während Anleger mit Spannung das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Washington erwarteten. Bei den Gesprächen sollen auch europäische Staats- und Regierungschefs beteiligt sein, die zusammen mit Trump über eine mögliche Friedenslösung mit Russland beraten wollen.
Der Preis für Spotgold stieg am Montagvormittag um 0,4 Prozent auf 3.348,59 Dollar je Unze, nachdem das Edelmetall zuvor den niedrigsten Stand seit dem 1. August erreicht hatte. Die US-Goldfutures für die Lieferung im Dezember legten ebenfalls um 0,4 Prozent auf 3.394,90 Dollar zu. Marktbeobachter erklärten, dass Käufer bei einem Kursniveau um 3.330 Dollar wieder eingestiegen seien. Gleichzeitig gaben die Renditen der US-Staatsanleihen nach den Gewinnen vom Freitag wieder etwas nach, was die Aufwärtsbewegung des Goldpreises zusätzlich begünstigte.
Hintergrund der Entwicklung sind politische Gespräche, die internationale Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte bei einem Gipfeltreffen in Alaska mit Trump Vorschläge unterbreitet, die einen Gebietstausch und Sicherheitsgarantien umfassen sollen. Dabei soll Russland kleinere, von seinen Truppen kontrollierte Gebiete in der Ukraine aufgeben, während Kiew größere Landstriche im Osten abtreten würde, die Moskau bislang nicht erobern konnte. Diese Überlegungen prägen die Erwartungen an das Treffen Selenskyjs mit Trump und den europäischen Vertretern.
Analysten rechnen mit zurückhaltenden Kursbewegungen, solange die politischen Verhandlungen andauern. Tim Waterer, Chefmarktanalyst bei KCM Trade, betonte, dass im Vorfeld der Gespräche nur begrenzte Schwankungen zu beobachten seien. Anleger warteten ab, wie sich die Entwicklungen in Washington gestalten, bevor neue Impulse gesetzt würden.
Parallel dazu blickt der Markt auf die geldpolitische Agenda in den Vereinigten Staaten. Die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen gaben nach ihrem jüngsten Zweiwochenhoch nach, was sichere Anlageformen wie Gold attraktiver macht. Zudem richtet sich das Augenmerk auf das jährliche Symposium der US-Notenbank in Jackson Hole im Bundesstaat Wyoming.
Ökonomen erwarten mehrheitlich, dass die Federal Reserve im September erstmals in diesem Jahr den Leitzins senken wird. Bis zum Jahresende könnte eine weitere Senkung folgen. In einem Umfeld niedriger Zinsen entwickelt sich das zinslose Edelmetall traditionell stabil, da es im Vergleich zu anderen Anlageformen an Attraktivität gewinnt.
Auch die Preise anderer Edelmetalle bewegten sich leicht nach oben. Silber verteuerte sich um 0,1 Prozent auf 38,02 Dollar je Unze, Platin stieg um 0,1 Prozent auf 1.336,79 Dollar, und Palladium legte um 0,1 Prozent auf 1.113,52 Dollar zu.
