NuScale Power-Aktie fällt nach UBS-Abstufung auf „Verkaufen"
UBS-Analyst stuft NuScale Power auf „Verkaufen" herab und senkt Kursziel drastisch.

Die Aktien des US-amerikanischen Kernkraftentwicklers NuScale Power Corp (NYSE:SMR) sind am Freitag im vorbörslichen Handel um 4,4 Prozent eingebrochen. Auslöser ist eine Herabstufung der Aktie durch die US-Investmentbank UBS. Die Analysten stufen das Papier nun mit „Verkaufen" ein und senkten das Kursziel drastisch von 10,00 auf 6,00 US-Dollar.
Hintergrund der negativen Neubewertung sind erhebliche Bedenken hinsichtlich des Geschäftsmodells und der Zukunftsaussichten des Unternehmens. UBS-Analyst Jon Windham verwies in seiner Analyse auf den verlängerten Bauplan von NuScale sowie auf das Fehlen fester Kundenverpflichtungen als Hauptkritikpunkte.
Wettbewerber sind NuScale bereits voraus
Während Konkurrenten des Unternehmens bereits in die Bauphase ihrer Projekte eintreten, kämpft NuScale weiterhin mit erheblichen Herausforderungen. Der Analyst geht nun davon aus, dass das erste Projekt des Unternehmens frühestens im Jahr 2028 mit dem Bau beginnen wird. Diese Verzögerung setzt NuScale im Vergleich zu seinen Wettbewerbern in eine nachteilige Position.
Die UBS prognostiziert für den Zeitraum von 2026 bis 2028 einen kumulativen Cash-Burn von rund 700 Millionen US-Dollar. Das bedeutet, dass das Unternehmen in den kommenden Jahren erhebliche Mittel abfließen lassen wird, ohne dass zeitnah nennenswerte Einnahmen aus dem operativen Geschäft zu erwarten sind.
Umsatzwachstum erwartet, aber Gewinne bleiben negativ
Trotz der düsteren Kurzfristperspektive rechnet Windham mittelfristig mit einem deutlichen Umsatzsprung. Der Analyst prognostiziert, dass die Erlöse von 185 Millionen US-Dollar im Jahr 2028 auf 924 Millionen US-Dollar im Jahr 2030 steigen werden. Dies entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von beeindruckenden 123 Prozent.
Allerdings dürften die Gewinne des Unternehmens nach Einschätzung der UBS bis mindestens 2030 negativ bleiben. Der Analyst wies zudem auf eine erhebliche Diskrepanz zwischen den Markterwartungen und den konservativeren Prognosen der UBS hin. Der Markt impliziere derzeit eine EBITDA-Größenordnung von 124 Millionen US-Dollar für das Jahr 2028, während die UBS lediglich 29 Millionen US-Dollar prognostiziert.
Risikofaktoren und neues Kursziel
Die UBS warnte zudem vor mehreren konkreten Risiken, die die Aktie zusätzlich belasten könnten. Dazu zählen mögliche Verzögerungen bei Projekten, Rückschläge im Zusammenhang mit dem RoPower-Projekt sowie begrenzte Fortschritte beim Tennessee Valley Authority-Projekt. Sollten diese Risiken eintreten, könnte die Kluft zwischen den optimistischen Markterwartungen und den konservativeren Prognosen des Unternehmens deutlich zutage treten.
Das neue Kursziel von 6,00 US-Dollar impliziert nach Angaben des Analysten ein potenzielles Abwärtspotenzial von rund 40 Prozent gegenüber dem aktuellen Aktienkursniveau. Für Anleger, die auf eine Erholung des Titels setzen, ist dies ein deutliches Warnsignal.
Fazit
Die Herabstufung durch die UBS ist ein schwerer Schlag für NuScale Power. Das Unternehmen steht vor der Herausforderung, seine vielversprechende Technologie der kleinen modularen Reaktoren (SMR) in wirtschaftlich tragfähige Projekte zu überführen. Solange keine festen Kundenverpflichtungen vorliegen und die Baupläne weiterhin unsicher sind, bleibt die Aktie ein hochspekulatives Investment. Das neue Kursziel der UBS von 6,00 US-Dollar unterstreicht die Skepsis der Analysten gegenüber den kurzfristigen Perspektiven des Unternehmens.
